Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 63 = H. 125/126 (1844))

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daß es in diesem Lande in üblichem Gebrauch gehal-
ten, auch danach gcurtheilt und gesprochen wird, daß
kein Wetter oder Agnat, ungeachtet de communi
stirpite, und cs ein altväterlich Mannlehn sei, dem
andern succediren könne, er habe denn von solchem
verlangten Lehne die gesammte Hand gehabt, und der«
selbe von Fällen zu Fällen, bis auf den letzten Fall,
in gebührender Zeit der Rechte die Folge gethan.
Mylius Th. II. Abth. 5. p. 14.
Zn dem Lehns-Edikte von 1591 wurde es den Agna-
ten wiederholentlich zur Pflicht gemacht, die gesammte Hand
binnen Zahresfrist nachzusuchcn, widrigenfalls sie ohne be-
sondere kurfürstliche Genehmigung dazu nicht verstattct wer-
den sollten.
blylius I. c. p. 18.
. Eben dies wird in den Edikten vom 10. Mai 1683,
3. Dezember 1683, 16. März 1689 und 20. Zuli 1691
wiederholt,
Mylius I. c. p. 34—54.
und auch in dem Edikte vom 22. Zannar 1714 die Noth-
wendigkeit, die gesammte Hand nachzusuchcn, ausgesprochen,
jedoch bestimmt, daß der Verlust des Rechts für die Agna-
ten nur dann eintreten soll,
1) wenn sie die gesammte Hand ex dolo et contemptu
nicht nachgesucht haben,
2) wenn sie die Nachsnchung länger als seit zwölf Zäh-
ren unterlassen haben.
Das Recht der Agnaten am Lehn beruhte daher nicht in
der Blutsverwandschaft, sondern in der gesummten Hand,
wie auch Scheplitz Lib. I. P. 3. Tit. 3. §. 10. No. 7.
und 8. bezeugt:
Notandum autem est, cum author noster liic
manifeste doccet, in feudis Judicum seu Prae-
torum in pagis simili modo observari, quem-
admodum in aliis feudis, ut nisi fratres,
defuncto parente, simuitaneam investituram
impetrent, quod in illis minime succedant. Quo
posito omnino sequitur apud nos non tam jure
agnationis, quam vi conjunctae manus, successio-
nem in feudis fieri inter collaterales.

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