Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 63 = H. 125/126 (1844))

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H. 455.
Hat der Vasall für sein Lehn dem Lehnsherrn die
Lehnspflicht eidlich abgelegt, und erlangt derselbe während
des Besitzes dieses Lchns ein anderes Lehn, so darf er
wegen des letztem den Lehnseid nicht von neuem schwören,
sondern es genügt die Verpflichtung mittelst Handschlags an
Eidesstatt. Ist er aber bei dem Erwerbe des zweiten LehnS
nicht mehr im Besitze des ersten, so ist er schuldig, den
Lehnseid von neuem zu leisten.
$. 456.
Frauenspersonen können nicht in Person die Beleh«
nung empfangen, sondern müssen bei der Muthung die
Lehnskurie um Bestellung eines Lehnskurators bitten, wel-
cher für sie den Lehnseid ableistet und die Lehne bekennt.
Mit der erfolgten Investitur ist das Amt des Lehnskura-
tors beendigt.
8- 457.
H. 49. <r. a. L.
Inländische Stadt« und Dorfgemeinden sind nicht mehr
verpflichtet, Lehnsträger zu bestellen, und durch sie die Lehne
zu suchen.
§. 458. '
Ausgenommen hiervon sind aber diejenigen Dorfge-
meinden, welche bei Veränderungen in der Person des
Lehnsträgers Laudemien oder sonstige Prästationen zu ent-
richten verbunden sind. Bei Gemeinden dieser Art ist die
bisherige Verpflichtung auch fernerhin beizubehalten, bis
die Umwandlung der Prästationen in eine verhältnißmäßige
Abgabe, oder die Ablösung derselben unter Zustimmung
der betreffenden Behörden erfolgt sein wird.
§. 459.
Ob andere Korporationen zur Bestellung von LehnS-
trägern verbunden sind, darüber entscheidet der Inhalt der
ihnen ausgestellten Lchnsbriefe.
§. 460. •
Nach erfolgter Lehnsreichung ertheilt die Lehnskurie

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