Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 63 = H. 125/126 (1844))

11

das Pupillen-Kollegium den Extrahenten unter dem Eröff-
nen mit, daß die Sicherstellung der 4000 Rthlr.. für die
männliche Deseendmz des Majors a. D. v. Strantz nur
durch einen zwischen diesem und dem Kurator abzuschlie-
ßenden Vertrag geschehen könne, in welcher der männli-
chen Deseendmz die Substanz des Kapitals, dem Vater
aber nur der Nießbrauch überlassen werde. Als die Ge-
brüder v. Strantz gegen diese Verfügung remonstrirten,
daß es im vorliegenden Falle nach dem Gutachten des Kö-
nigliche» Kammergerichts vom 12. Mai 1833 und nach
dem Ministerial-Reskripte vom 17. Zuni 1833 (Jahrbücher
Bd. 42. S. 89 und 105) auf eine KonsenSertheilung von
Seiten der minorennen Deseendmz nicht ankommm könne,
forderte das Pupillen Kollegium von Neuem den Kurator
auf, sich über den Inhalt der deSfallsigcn Eingabe zu er-
klären. Der Kurator wiederholte indcß seine frühere Er-
klärung, indem er sich auf das Ministeria!-Reskript vom
16. September 1833 (Zahrb. Bd. 42. S. 107) und dar-
auf bezog, daß die Aufhebung des Lehnsstammes des Ma-
jors a. D. v. Strantz nicht für sich bestehe, sondern in
Verbindung stehe mit der der Lehnstämme der Brüder des-
selben. Hiernächst wurde den Supplikanten unterm 26. Mai
1835 eröffnet, daß das Pupillen-Kollegium um so weniger
gegen die Meinung des Kurators den Konsens erlheilen
könne, als selbst die Aussetzung eines Kapitals von 4000
Rthlr. zum Eigenthum für den Kuranden nicht als eine
augenscheinlich vortheilhafte Entschädigung für dm Verlust
der Rechte auf die übrigen 8000 Rthlr. im Sinne des
Reskripts vom 29. August 1809 (Mathis Bd. 8. S. 339)
angesehen werden könne, und daß die 8000 Rthlr. erst
dann als freies Eigenthum der beiden andern Linien an-
erkannt werden dürften, wenn dieselben bis zum Ableben
der Kuranden nicht durch Lehnsfolge in das Eigenlhum
der letztem übergegangen sein sollten.
Die drei Gebrüder v. Strantz haben sich jetzt bei
des Königs Majestät darüber beschwert, daß überhaupt der
Konsens ihrer minorennen Kinder von uns erfordert sei,
daß, wenn ein solcher erforderlich, Behufs Ertheilnng des-
selben nicht auch den Kindern der beiden in andern Pro-
vinzen, als der Ncumark, wohnenden Brüder hier von Sei-

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer