Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 19 = H. 37/38 (1822))

gegangen, und dort umgekehrt; , er habe geglaubt/ daß (SUm
in sein Quartier zurückgegangen sei. Schröder bcffeUfe die
Conftrenz ab/ weil Cönen nicht zu finden sei/ und ließ zugleich
Erkundigungen in der Stadt und an,den Thoren anstellen.'. Ain
Nachmittag ging er zu eilrcm Polizei- Beamten und fragte: ob
man mit Hülfe der Polizei nicht Jemanden nachforschen kön-
ne/ der verloren gegangen? Dieser.erwkederte: allerdings, und
fragte, wer verloren gegangen sei? Schröder wollte, dies. aber,
nicht sagen/ auch das Signalement des Verlornen nicht angc-
ben. Schröder/ anscheinend in der Meinung, daß Ebnen mit
Hinterlassung seiner Sachen nach Crefeld zurückgekehrt sei, rei-
fete am 11'ebenfalls dahin ab, kehrte'jedoch, als. er ihn dort
nicht fand, am 12 nach Kölln Zurück, und zeigte der Polizei
Cönenö Verschwinden an- Aller polizeilichen Bemühungen un-
geachtet, ward aber erst am 19' Dezember, also am <-otcn Tage
nach CönenS Verschwinden, dessen Leichnam zufällig, zu Frie-
mersheim, ungefähr zwei Stunden von Crefeld, auf einer Wiese
schwimmend gefunden, anfivelche der Rhein ausgetreten war.
Der Leichnam ward nach Crefeld gebracht, und dort recognos-
eirt; man fand noch die goldene tthr in der Uhrtasche, aber roc*
der Geld, noch andere Effekten und auch nicht die Brieftasche.
Der Leichnam hatte mehrere Wunden am Kopfe, und trug zu-
gleich Spuren von Erdrosselung am Halse. Immittelst wa-
ren die gütlichen Verhandlungen über Die gegenseitigen Berech-
nungen zwischen Schröder und Fonk abgebrochen; letzterer trug
am 27 November beim Handclotribunal auf die Aufforderung,
Schiedsrichter zu ernennen, darauf m?. Schröder wählte dazu sei-
ner Seits den General . Advokaten v-Sandt. Da§ schiedsrichter--
UcheUrtheil vom 20 Januar 1817. stimmte bis auf die unbedeu-
tende Summe von in Franken mit der, von Fonk zugelegten,
von Schröder aber verworfenen Rechnung überein.
Schröder ließ am 25 November, durch den General-Ad-
vokaten v. Sandt in den Zeitungen eine Belohnung von
3000 Fr. für denjenigen ausbrethen, welcher Irgend eine Thcrt-
sache anaebcn könne, welche unmittelbar auf die Spur de6
muthmaßlichen Verbrechers führte. Da Hahnenbein zuletzt bet
Cönen gewesen war, die Kopfwunde, aber, mit einem mehr stum-
pfen, als schneidenden Instrument.gemacht zu sein schien; so
fiel der Verdacht auf Hahnenbein und den Kiefer des Fonk,
Hamacher. Beide wurden von der Polizei beobachtet; der Ge-
neral, Advokat v. Sandt legte am Ende des Dezembers 1816,
dem Fonk und dem Hahneubein zu ihrer Bewachung Gendar-
men in ihre Häuser. Gegen Hamacher wurden geheime Maas-
regeln genommen, die man nur mit Bedauern und Unwillen
lesen kann. Wenn diese Maasregeln in den gedruckten Akten-
stücken der Polizei bergclegt werden; so ist ein für allemahl
dabei zu bemerken, daß sie nicht auf Rechnung der admtni-
strativen Polizei, sondern lediglich auf die der, nach der in
den Rheinprovinzen noch immer geltenden französischen Ge-

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