Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 60 (1916))

15.6. Neuberg, Kriegsvölkerrecht

15.7. Thomsen, Ein Vorschlag zum Schutz unserer Kriegs- und Zivilgefangenen in Feindeshand gegen Tötung und Mißhandlung

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Neue Bücher.

belagerten Festung nicht zutrifft, sondern daß es sich dabei um eine den
anerkannten Grundsätzen des Seekriegsrechts nicht entsprechende Aus-
dehnung des Begriffs der Konterbande handelt, daß der Unterseeboot-
krieg nicht als Versuch einer beabsichtigten Blockade, sondern als eine
zu Repressivzwecken gegenüber der englischen Ausdehnung des Konter-
bandebegriffs ausgeübte Verschärfung des Seebeuterechts anzusehen ist,
daß hinsichtlich der Legung von Minen auf hoher See England und
später zur Ausübung von Repressalien auch Deutschland weit über das
hinausgegangen sind, was in Friedenszeiten für richtig gehalten worden
ist, und daß die Frage der Waffen- und Munitionslieferungen neutraler
Staaten infolge des riesigen Munitionsbedarfs der modernen Waffen
andere Grundlagen erhalten hat und deshalb in ihrem Verhältnisse zu
den Pflichten der Neutralität strenger beurteilt werden muß, als die
frühere Praxis verlangt hat. Durchweg verteidigt der Vers. die von
der deutschen Regierung getroffenen Maßnahmen gegenüber den im
Ausland erhobenen Angriffen und hierbei geht er davon aus, daß dem
Staatssekretär des Reichsmarineamts wie die Verantwortung, so auch
das Verdienst an der Initiative und Leitung dieser Politik gebührt.
Bei dem knappen Umfange der Arbeit ist natürlich eine eingehende Be-
handlung der zahlreichen Fragen nicht zu erwarten, aber der Verf.
bietet für die zukünftige Erörterung der durch den Krieg neu ent-
standenen völkerrechtlichen Fragen manche interessante Anregung.
Berlin. Dr. Dambitsch, Landrichter.
4L Krirgsvölkrrrecht. Sammlung völkerrechtlicher, namentlich auf den Krieg
bezüglicher Vereinbarungen. Von I. Neuberg, Regierungsrat in Berlin.
Mannheim 1915. I. Bensheimer. (4 M.)
Das Buch enthält die Texte einer Reihe von völkerrechtlichen Ver-
trägen und sonstigen die internationalen Beziehungen im Land- und
Seekrieg regelnden Rechtsquellen ohne Erläuterungen. Auf Vollständig-
keit kann die Sammlung bei ihrem knappen Umfange keinen Anspruch
erheben. Doch sind die wichtigsten Bestimmungen ausgenommen. Das
Buch genügt dem Bedürfnis derjenigen, die nicht mehr als den Ver-
trags- und Gesetzestext verlangen.
Berlin. vr. Dambitsch, Landrichter.
42. Lin Vorschlag znm Schutz unserer Kriegs- und Zivilgefaugenrn in
Feindrshand gegen Tötung nnd Mißhandlung. Von vr. jur.
Andreas Thomsen, a. o. Professor des Strafrechts in Münster i. W.
Hannover 1915. Helwingsche Verlagsbuchhandlung. (0,40 M.)
Der Verf. macht zum Schutze der Gefangenen in Feindeshand
einen eigenartigen Vorschlag. Er geht davon aus, daß die deutschen
Gefangenen in Feindeshand vom Übelwollen und der Nachlässigkeit
derer, die sie unterzubringen, zu bewachen und zu verpflegen haben, mit
großen Gefahren für Leben und Gesundheit bedroht sind. Er nimmt
ferner an, daß die feindlichen Regierungen darauf bedacht sein werden,
diese Gefahren zu vermindern, wenn ihnen jetzt schon deutlich zum Be-
wußtsein gebracht wird, daß man beim Friedensschluß ihr Land auch

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