Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 60 (1916))

9.6. Bindschedler, Die elterlichen Vermögensrechte in rechtsvergleichender Darstellung

362

Neue Bücher.

Über Gewichtsverlust bei Schweinen nach Transporten
wird S. 262 ff. gehandelt.
Von der Haftpflicht des Hengsthalters handeln die Aus-
führungen S. 320 ff. Vor wenigen Wochen wurde in meiner Praxis
folgender Fall vorgetragen: Beim Beschälakt drang der Penis des
Hengstes in den Mastdarm der Stute ein und perforierte denselben,
die Stute ging ein. Haftet der Hengsthalter und sein Gehilfe oder
nicht? Über diese Frage finden wir klare Ausführungen bei Fröhner.
Wir ffnden Darlegungen über die Abdeckereiprivilegien, über die
Frage: ob Schlachttiere dem Abdecker gehören, über die Haftung der
Schlachthoftierärzte, über den Unterschied zwischen dem forensischen und
dem veterinärpolizeilichen Begriff der Tuberkulose, über die Haftung
der Tierärzte beim Selbstdispensieren, bei der Notlaufimpfung, beim
Gebrauch der sogenannten Geburtsmaschinen, sowie bei der Anwendung
von Lumbagin und Morphium-Atropin, über die Zuchtfehler und Erbfehler
der Hengste, die Altersbestimmung der Kälber und die abgestorbene
Frucht, über die Schwierigkeit der Unterscheidung des Dummkollers von
der akuten Gehirnentzündung u. a.
Diese kurzen, in keiner Weise erschöpfenden Angaben sollen die
Reichhaltigkeit des Fröhnerschen Buches dartun. Ich kann nur wieder-
holen, was ich schon ausgeführt habe: Fröhners gerichtliche Tierheilkunde
ist nicht bloß das unentbehrliche Rüstzeug des Veterinärs, sondern auch
» des Juristen, dieses Lehrbuch darf in keiner juristischen Bibliothek
fehlen, es ist einfach unentbehrlich.
Kempten im Allgäu. Rechtsanwalt Th'. Hans ©töljie
15. Die elterlichen Vermögensrechte in rechtsvergleichcnder Darstellung.
Von Dr. jur. Olga Bindschedler. Zürich I9!4. Art. Institut Orell
Fttsili. (3 M.)
Die fleißige und gründliche Arbeit der gelehrten Verf. gibt eure
systematische Darstellung und kritische Würdigung der Vorschriften des
neuen schweizerischen Zivilgesetzbuchs, die die elterlichen Vermögensrechte
zum Gegenstände haben, in Vergleichung mit den früheren kantonalen
Rechten und dem in Deutschland und Frankreich geltenden Recht. In
sechs Kapiteln werden die juristische Natur der elterlichen Vermögens-
rechte, ihre Entstehung und ihr Gegenstand, die zu ihrer Wahrnehmung
berufenen Elternteile als Träger der Vermögensrechte, der Schutz der
vermögensrechtlichen Interessen des Kindes (durch die Anerkennung des
freien Kindesvermögens, den Schutz des Arbeitserwerbes, behördliches
Einschreiten, Konkursprivileg), endlich die Beendigung der elterlichen
Vermögensrechte behandelt. Die fortlaufende Gegenüberstellung des
deutschen und schweizerischen Rechts ist wohl geeignet, dem deutschen
Leser die Vorschriften des schweizerischen Zivilgesetzbuchs näher zu bringen
und zu ihrer Vergleichung mit denen des deutschen Rechts anzuregen,
nicht nur, soweit beide Rechte überstimmen — und dies ist wohl in
der Hauptsache der Fall —, sondern auch, soweit das schweizerische
Gesetzeswerk sich als Fortbildung des deutschen Rechts erweist oder aus

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