Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 12 = H. 23/24 (1818))

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müssen vom Richterspruch entfernt werben, die bestimni.
ten Jndlcien und Beweisregeln der Schuld und' Un«
schuld müssen abgeschafft und blos nach individuellen,
mithin willkührlichen, Ansichten geurtheilt werden, ge.'
naue und vollständige Acten und Protokolle sind über-
flüssig, an die Stelle der, mit umständlichen Und ge.
nauen Gründen versehenen, Ürtelösprüche muß eine neue
Art Ordalien treten, und diese'Gottes, und Ordalien»
Richter müssen unbedingt als unfehlbar angesehen und da.
her gegen die Richtigkeit und Unpartheilichkeit ihrer
Spruchs dem Angeschuldigten keine Hülfe, kein Schutz,
keine weitere Instanz gestattet werden,
Diese Rückkehr in bas Zeitalter der Barbarei ist,
so wird behauptet/ gebieterisch nothwendig, weil unsre
Richtet harte,'blutgierige, nur nach der Luft des Hofes
urtheilende, mit Menschenleben und Menschenfreiheit spie-
lende, einseitige, unwissende und insonderheit znr Beur-
thrilung desFactums ganz unfähige, geworbene Sold«
linge und Miethlinge find, die nur durch das Pu»
blicnm und durch Geschworne in Pflicht und Ordnung
erhalten werden können.
Der Regent, dies folgt aus dieser Anflcht, ist viel
zu schwach, um ordentliche Richter wählen und um feine
ter in Pflicht und Ordnung halten zu können, er bedarf
dazu der Hüls« deö Publikums.
-Allein diese Restauration der Crimknalverfassung ei«
ferner Jahrhunderte ist nicht blo- daS, auf Schwachheit
des Regenten und feiner Richter, und auf der, die ihrige
weit überwiegenden, Intelligenz und redlichen AbsichtbesPu-

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