Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 12 = H. 23/24 (1818))

daß hiezu «in förmliches die Landesverfassung äbanbern»
des Gesetz' gehörte. : -
Was nun die Aussprüche der neuern Rechtslehrer
betrifft, so hat der Herr Verfasser den Regierungsrath
H offmann angeführt, aber sein Urtheil mit aller Hoch-
achtung gegen seine Gelehrsamkeit besprochen, ist gewiß
von keinem großem Gewicht, wie dasjenige eines Sch e«
plitz, Müller, Buchholz und Benekendorff, von
welchen die letztem' auch so recht alt nicht sind,' und
gerade das Gegentheil behaupten- .— -i
Das jus reciprocitatis, worunter er versteht:
daß, weil der Bauer den Hof nicht verlassen dürfe
— also.—.müsse die Herrschaft ihn auch seinen Er-
ben lassen, . v.
ist, auf einen unlogisches Schluß gebaut, und widerlegt
sich schon dadurch, daß.der leibeigene Bauer kein anderes
durch geschriebene Gesetze bestimmtes Recht für sich hatte,
als von den Gutsherrn unterhalten werben zu müssen,
wenn er ihm keinen Hof oder andern Verdienst anweisen,
wollte, oder we.nn das Kind und der Greis durch Arbeit
etwas zu seinem Unterhalt zu erwerben, nicht vermochte!
Die Vortheile der Gutsherrschaft kommen hier nicht
in Betracht, und die neuere Aussprüche der Gerichtshöfe
(denn in ältem Zeiten hat kein Bauer die Erblichkeit ein,
mal verlangt) sind es ja eben, welche hier als versaf,
fungswidrig angefochten werben; sie können älfo nichts
.beweisen.
Die ganze unrichtige Ansicht des Verfassers geht
von der Verwechselung der Begriffe eines deutschen freien
. / Laßbauern

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