Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 12 = H. 23/24 (1818))

Verhältnissen der Stände geändert hat, kann nur dnrch
positive Gesetze, oder durch eine mit einem rechtsgültigen
Titel versehene RechtSerwerbung geschehen seyn. We-
nigstens HM der Here Verfasser jeneS Aufsatzes/ uns
sagen müssen, durch welchen gewaltigen Umstand "die
Landesverfassung in den letzten Lo oder 100 Zahreü, so
bedeutend geändert worden, daß aus nicht erblichen Ban.
ern auf einmal erbliche Besitzer der Höfe geworden sind.
In dem eigentlichen Königreiche Preußen und in Pom-
mern ist die Kultur und Gesetzgebung eben so weit vor.
geschritten, wie in der Neumark, aber niemals hat man
rö der Stäatsverfassung zuwider geglaubt, daß die Bau.
erhöfe uicht erblich seyn sollten. Ohngeachtet nun der
Verfasser die in der Neumark herrschende Leibeigenschaft
anerkaNnti ohngeachter er den Aufdruck des Müller:
- - sic quoque apütl rHos etc.
und die Bauerordnung «äs i685 selbst anfiihrk, und
Hiernach eingestehk, baß die Bauern früherhin nicht erblich
waren, so will er doch:
- 3) aus denen Meinungen der neuern Rechkslehrer,
^ i,) aus einem gewissen jur« rsciprocirsns,
e) aus dem eigenen Vorcheil der Gutsherrn,
6) aus den Aussprüchen^ der Gerichtshöfe in neuern
■ ' Zeiten, ’
herleiteu, daß die Bauern erbliche Besitzer ihrer Höfe ge.
worden sind. Der erste Ueberblick zeigt uns aber, wie
wenig haltbar diese vier Gründe find, und baß sie un-
möglich denen Bauern einen rechtsgültigen Titel zur Er-
werbung des Rechts der Erblichkeit geben können, sondern

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