Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 48 (1904))

9.4. Romeick, Zur Technik des Bürgerlichen Gesetzbuchs

418

Literatur.

Übersichtlichkeit eine Abweichung geboten erschien. Der Vers, hielt zwar
eine wörtliche Wiedergabe der gesetzlichen Bestimmungen als außer dem
Zwecke des Buches gelegen, bemüht sich aber, den wesentlichen Inhalt
der Vorschriften in kurzen Schlagworten an geeigneter Stelle wieder-
zugeben. Ferner will das Buch bei jedem einzelnen Worte die sämt-
lichen einschlägigen Bestimmungen nicht nur des Bürgerlichen Gesetz-
buchs, sondern auch der Nebengesetze desselben und der bayerischen
Übergangs- und Ausführungsgesetze anführen, um so eine rasche Auf-
findung der zur Entscheidung einer auftauchenden Frage erforderlichen
Vorschriften zu ermöglichen.
Mit Rücksicht auf die Gewöhnung der jetzigen Juristengeneration
an die römisch-rechtlichen termiui tseduioi sind auch diese mit einem
kurzen Hinweis ausgenommen, ob und gegebenenfalls wo sie, wie der
Verf. sagt, im neuen Rechte zu finden seien. Das soll wohl heißen,
ob sich dem t6rminu8 technicus Entsprechendes im neuen Rechte findet.
Das führt zu manchen Fehlanzeigen und nicht immer bedenkenfreien
Verweisungen. In dieser Beigabe dürfte nicht der größte Vorzug des
Buches liegen. Lippmann.

50.
Iur Technik des Lürgeriichen Gesetzbuchs. Von Oberlandesgerichtsrat
Romeick in Stuttgart. Heft III. Rechtsnachfolge. Stuttgart 1904.
Max Kielmann. (M. 2,—.)
Die Ausführungen in den beiden ersten Heften dieser Aufsatz-
sammlung habe ich in Bd. 48 S. 165 der Beiträge als erhebliche wissen-
schaftliche Leistung bezeichnen können. Auch dieses Heft enthält sehr
anregende Erörterungen, wenn ich auch ihren Wert nicht in allen Teilen
gleich hoch einschätze, wie das in den ersten Heften Gebotene. Der
größere Teil des Buches beschäftigt sich mit den Vorschriften, nach denen
Rechte von einem Nichtberechtigten hergeleitet werden können. Der
Verfasser leugnet hier Nachfolge auf Grund der Annahme einer Ver-
fügungsmacht des Nichtberechtigten. Er meint, das Gesetz habe einer
nackten Tatsache die Kraft originären Eigentumserwerbes gegeben, indem
es diese Kraft der als nichtig angesehenen Veräußerungsverfügung des
treulosen Nichtberechtigten verleihe, sofern sie Grundlage des guten
Glaubens sei. Der Standpunkt des Verfassers führt ihn dazu, im
Falle des Verkaufs durch den Nichtberechtigten, da nicht dieser es sei,
der durch Uebergabe der Sache den gutgläubigen Empfänger zum
Eigentümer mache, eine Kaufpreisforderung dieses Verkäufers zu leugnen,
er gibt dem Käufer, der gezahlt hat, ein Rückforderungsrecht, ja ein
ganz wunderliches (S. 45) Schadenersatzrecht. Freilich will er auch
nicht, daß der gutgläubige Käufer nun Sache und Kaufgeld lukriere.
Danach gibt er dem wahren Eigentümer ohne eine freiwillige oder
erzwungene Zession des Verkäufers einen Anspruch auf Zahlung des —
doch möglicherweise (vergl. den Fall S. 45) den Wert der aus dem
Vermögen des Eigentümers gekommenen Sache weit übersteigenden —

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