Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 37 = 5.F. Jg. 2 (1893))

9.5. Schwartz, E., Dr. jur. et phil., Amtsrichter: Das preußische Grundbuchrecht

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Literatur.

zulässig sei, und dabei auf Turnau, Eccius, Bahlmann und die dissen-
tirenden Dernburg und Hinrichs verweist, so fragt man, weshalb das
für die Praxis des Reichsgerichts maßgebende, genau begründete Urtheil
in den Entsch. Bd. 27 S. 199 nicht zitirt ist? Daß man dieses Urtheil
z. B. im Turnau angeführt findet, entschuldigt die Weglassung nicht,
denn der Verf. will ja vornehmlich für Praktiker schreiben, welche nicht
stets die ausführlichen Kommentare einsehen können.
Wenn der Verf. in der Vorrede zur zweiten Auflage weiter be-
merkt, daß er die früher von ihm vertretenen Ansichten, welche in der
Praxis keine Billigung gefunden, weggelassen habe, so steht das mit dem
von ihm verfolgten Zwecke in Einklang. Wenn er aber weiter sagt, sein
Streben sei darauf gerichtet gewesen, das vorhandene Material in knapper
Form, vollständig und in zweckentsprechender, übersichtlicher Ordnung zur
Darstellung zu bringen, so können wir die Befürchtung nicht unterdrücken,
daß er diesem Bestreben an einzelnen Stellen zu weit nachgegeben hat.
Wir möchten beispielsweise für zweckmäßig halten, wenn der Verf. in
den Anmerkungen zu ZK 4, 12 und 15 des E.E.G. den Standpunkt des
neueren Grundbuchrechts zu der Theorie des A.L.R. über die Wirkungen
des Rechts zur Sache genauer erörtert, und auf die Praxis des R.Gerichts
hingewiesen hätte, welche die im ersten Abschnitt (von dem Erwerb des
Eigenthums an Grundstücken) und im zweiten (von den dinglichen Rechten
von Grundstücken) enthaltenen Vorschriften in nothwendiger Konsequenz des
gesetzgeberischen Gedankens auch aus den Erwerb von Hypotheken ausgedehnt
hat. Ebenso sagt der Verf. bei § 41 Anm. IV. (S. 102) richtig, daß es auf
die Form von der Bekanntmachung der Schuldübernahme nicht ankomme.
Wenn er auch eine stillschweigende Erklärung für genügend erachtet, so
hätte das u. E. näher begründet und eingeschränkt werden sollen. Vom
R.Gericht ist noch neuerdings erkannt, daß die Erklärung der erfolgten
Uebernahme in sich selbst verständlich sein müsse, und daß der Gläubiger
nicht die Verpflichtung habe, unter Zuhülfenahme von Kombinationen
und Rechtsdeduktionen den Sinn derselben zu ergründen. Dieser Grundsatz
wird regelmäßig auch bei einer Erklärung durch konkludente Handlungen
Anwendung finden.
Wir wollen uns hiermit beschränken und weitere kleine Bedenken
nicht anregen. Das Buch ist im Ganzen recht zweckmäßig gearbeitet,
und die zweite Auflage desselben wird in der Praxis eine günstige Auf-
nahme finden. _ Rassow.

25.
Las preußische Grundbuchrecht. Bearbeitet von vr. jur. et phil. E. Schwartz,
Amtsrichter. Berlin 1893. Carl Heymanns Verlag. (I. 2 XVI. und
875 S. - M. 13,-).
Die erste Hälfte des ersten Bandes dieses Werkes ist in diesem
Bande S. 155 ff. angezeigt worden. Die zweite Hälfte, welche der
ersten rasch gefolgt ist, bringt den Schluß des Gesetzes über den Eigen-
thumserwerb, die Grundbuchordnung und das Gesetz über die Zwangs-
vollstreckung in das unbewegliche Vermögen nebst Kostengesetz und Aus-

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