Volltext: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 37 = 5.F. Jg. 2 (1893))

6.10. Menzen, Dr. Karl Degenhard, Amtsrichter: Lamprecht'sches Statut. Das partikularrechtliche eheliche Güterrecht und Erbrecht der vormaligen Reichs-Grafschaft Sayn-Altenkirchen

154

Literatur.

nicht in Frage gestellt wurde. Das K.G. hat hier die Stellung des
Grundbuchrichters mit der des Prozeßrichters verwechselt und ein für die
freiwillige Gerichtsbarkeit bedenkliches Präjudiz geschaffen.
Im Bd. II § 113 behandelt der Verfasser die Frage, in welcher
Weise bei Eintragung eines Auseinandersetzungsrezesses zum Grundbuch
zu verfahren ist, wenn die einzutragende Landabfindung eine Entschädi-
gung für mehrere verschieden belastete Grundstücke bildet und der Rezeß
nur eine sog. ideale Subrepartition vorgenommen hat. Die dort gegebene
Anleitung unterstellt die Führung des Grundbuchs nach Form. I und
ist bei Benutzung des Form. II nicht zutreffend. Für die Praxis wäre
es von Interesse gewesen, die Ansicht des Verfassers über die Möglich-
keit bezw. über die Art der Eintragung in diesem Falle kennen zu lernen.
Zum Schluffe ist noch besonders hervorzuheben, daß der Kommentar
die Möglichkeit gewährt, bei jeder in das Grundbuchrecht einschlagenden
Frage sich über Literatur und Rechtsprechung bis auf die neueste Zeit
zu orientiren, und daß deshalb die neue Auflage gleich den früheren
ein unentbehrliches Hülfsmrttel für jeden praktischen Juristen bildet.
Cassel. ~ A. Coing.

9.
Lamprecht'fches Statut. Das partikularrcchtlichr ehrliche Güterrecht und
Erbrecht der vormaligen Reichs-Grafschaft Äayn-Altenkirchrn.
Nebst einleitenden Bemerkungen herausgegeben von vr. Carl Degen-
hard Menzen, Amtsrichter. Zweite Auflage. Hanstein, Bonn 1887.
(71 S.). (M. 3,—.)
Das Werk bietet in seinem Haupttheil (S. 25—52) einen nach dem
bei dem königlichen Amtsgericht in Daaden in Aufbewahrung befindlichen
Original hergestellten Abdruck der im Jahre 1743 seitens des Amts-
aktuars Lamprecht hergestellten Zusammenfassung des in den Aemtern
Freysburg und Friedenwaldt üblichen Erbrechts und Familiengüterrechts,
sammt dem Anschreiben, durch welches die landesherrliche Bestätigung
dieses „Lamprecht'schen Statutes" nachgesucht wird. Angehängt sind
zwölf diese Materie betreffende landesherrliche Verordnungen und gericht-
liche Aktenstücke aus der Zeit von 1570 bis 1808. Vorangeschickt sind
(S. 1—24) „Einleitende Bemerkungen" des Verfassers, in denen ins-
besondere das eheliche Güterrecht der Grafschaft Sayn-Altenkirchen dar-
gestellt wird. Die hier bestehende Errungenschafts- und Mobiliargemein-
schaft faßt der Verfasser in Uebereinstimmung mit dem vormaligen
Justiz-Senat zu Ehrenbreitstein und dem Reichsgericht als ein Gesammt-
Hands-Verhältniß auf. Die wohlberechtigte Frage, ob bei einem
solchen prinzipiell nicht doch ein Miteigenthum zu ideellen Antheilen,
wenn auch ohne Verfügungsgewalt des einzelnen Gatten, resp. der Frau,
über seinen Antheil, angenommen werden muß, wird vom Verfasser
kurzerhand verneint (S. 13).
Marburg.

H. Lehmann.

Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer