Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 46 (1902))

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Literatur.

die Gattin des Vaters Zustus Didden eine Tochter des Schöppen Bern-
hard Zieritz war). Spandau wird bald als Tochterstadt von Branden-
burg, bald als Tochterstadt von Berlin bezeichnet (S. 51, 256, 257,
397, 398). Brandenburg gehörte einst zu den neumärkischen Städten,
zu denen es aus S. 266 gerechnet wird. Die Stadt Krön, von der
auf S. 453 die Rede ist, kann nicht „Deutsch-Krone bei Bromberg"
sein, wie dort in Klammer hinzugefügt wird; es wird das wenige
Meilen von Bromberg gelegene Krone a. d. Brahe, früher Polnisch-
Krone genannt, gemeint sein. Das Jahr des Wilddiebstahlsedikts ist nicht
1582, wie auf S. 505 angegeben wird, sondern 1574 (vergl. S. 359
und Urkundenbuch Bd. 4 S. 133). Die auf S. 162 gegebene Deutung
des in 1. 9 D. de extraord. crim. (47, 11) als Scopelismus bezeichnet»!»
Delikts scheint nicht richtig zu sein. Das Setzen von Steinen auf den
Acker eines Anderen wurde in der Provinz Arabien als eine Drohung
angesehen, daß Zeder, der den Acker bearbeiten würde, durch denjenigen,
welcher die Steine gesetzt hatte, eines elenden Todes sterben werde. Die
Folge war, daß der Acker unbearbeitet liegen blieb, daher die Strafe,
die über den Drohenden verhängt wurde. Als Zaubermittel ist also
das Steinsetzen wohl nicht angesehen worden.
Schließlich möchten wir nicht unterlassen, dafür, daß man im
Volksmunde unter einem „Vokativus" einen Schelm, der es mit der
Ehrlichkeit nicht genau nimmt, verstanden hat und noch versteht, den
vom Vers, auf S. 57 beigebrachten Belegen noch einen weiteren Beleg
hinzuzufügen, der uns besonders vollwichtig zu sein scheint. Wir finden
ihn bei Reuter, Stromtid 1 S. 48 („er ist auch so'n Vokativus, als
die Kaufmänner all sünd").
II. Das „urkundliche Material aus den Brandenburger Schöppen-
stuhlsakten" enthält in den ersten zwei Bänden eine chronologisch ge-
ordnete Sammlung von sogen. Missiven (Anfragen beim Schöppenstuhl),
Schöppensprüchen und Schöppengutachten, vor Allem aber auch von Ur-
kunden der verschiedensten Art, die sich als Anlagen der Missiven, meist
abschriftlich, vorstnden und bis in das Jahr 1331, soweit sie datirt
sind, zurückreichen. „Sie gewähren," um mit dem Vers, zu reden,
„nicht nur einen schätzenswerthen Einblick in das märkische Rechts- und
Wirtschaftsleben früherer Jahrhunderte, sondern ebenso in die allge-
meine Geschichte, wie in die Kulturgeschichte, auch in die Geschichte
unserer Sprache." Der dritte Band sammelt Alles, was in den
Schöppenstuhlsakten über die Beziehungen der Familie von Bismarck
zum Brandenburger Schöppenstuhl und überhaupt zur Rechtspflege in
der Mark enthalten ist. Im vierten Bande ist eine im Königlichen
Geheimen Staatsarchiv zu Berlin bestndliche Spruchsammlung abge
druckt, die in den 1580er Jahren innerhalb des Brandenburger
Schöppenstuhls zu dessen Gebrauch angelegt worden ist und früher
Theil der Schöppenstuhlsakten war.
Es wird hieraus ersichtlich, daß das Werk nicht nur eine Er-
gänzung zu dem zu I genannten Werke bildet, zu dem es Belege

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