Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 46 (1902))

6. Literatur

6.1. Krückmann, Institutionen des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Dritte Auflage

Literatur.

1.
Institutionen -es Lürgertichrn Gesetzbuchs von Dr. jur. Paul Krückmann,
a. o. Professor an der Universität Greifswald. Mit in den Text ge-
druckten Figuren. Dritte, von Grund aus neu bearbeitete Auflage.
Göttingen, 1901. Vandenhoeck und Ruprecht. (Gehestet M. 12,—, in
Leinwandband 13.20 M.)
Der Vers, vertritt die Meinung, daß der Rechtsunterricht mit dem
geltenden Rechte beginnen soll. Der Neuling müsse zunächst mit den
Grundlagen dieses Rechtes vertraut gemacht werden, ehe er sich dem
römischen Rechte, der Rechtsgeschichte und dem eingehenden Studium
des geltenden Rechtes — das durch den Anfängerunterricht keineswegs
ersetzt werden soll — zuwende. Das vorliegende, für den Anfänger
bestimmte Werk bringt diesen Gedanken zur Ausführung. Es will kein
vollständiges Lehrbuch unseres heutigen bürgerlichen Rechtes sein, sondern
den Studenten im ersten Semester in dessen Studium einführen.
Ob der neue und eigenartige Gedanke des Vers, auch richtig sei,
mögen die berufenen Rechtslehrer entscheiden. Wir stellen uns hier
auf den Standpunkt des Vers, und fragen nur, ob die Behandlung des
Stoffes dem Gedanken wirklich entspricht. Die Bedenken, die wir in
dieser Hinsicht zu äußern haben, enthalten keinen Vorwurf gegen den
Verf. Muß doch auch eine neue Erfindung, ehe sie den Höhepunkt
praktischer Verwerthbarkeit erreicht, oftmals Äenderungen der Gestalt, in
welcher sie ins Leben tritt, durchmachen. Wir sind, kurz gesagt, der
Meinung, daß der Verf. für seinen Zweck einerseits zu viel, andererseits
zu wenig giebt, und werden in dieser Meinung auch dadurch nicht irre,
daß die rasche Aufeinanderfolge der Auflagen des Buches einen, unserer-
seits nicht bezweifelten, beträchtlichen Grad von Brauchbarkeit bezeugt.
Der Verf. giebt unseres Erachtens zu viel an Einzelheiten, wo-
durch das Buch einem umfassenden, als Grundlage für ein abschließen-
des Studium unseres bürgerlichen Rechtes dienenden Lehrbuche näher
gerückt wird, als sich mit dem Zwecke einer bloßen Einführung in
dieses Studium verträgt. Der Bemerkung des Verf. in der Vorrede
gegenüber, daß das Allgemeine erst am Besonderen erkennbar und ver-
ständlich werde, müffen wir behaupten, daß die damit der Hereinziehung
von Spezialbestimmungen gesteckte Grenze weit überschritten ist. Ganz
aus dem Rahmen der Aufgabe scheint uns die recht ausführliche Dar-
stellung des Zmmaterialgüterrechts zu fallen. Aber auch in anderen

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