Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 49 (1905))

16.7. Rehm, Prädikat- und Titelrecht der deutschen Standesherren

Rehm, Prädikat- und Titelrecht der deutschen Standesherren. 849
Auch wer diese nicht für durchschlagend erachtet, wird für die Anregung
dankbar sein, die er den Darlegungen des Vers. entnommen hat.
Das gleiche gilt von dem sonstigen Inhalte des Buches, in
welchem unter Ausschluß des Standesherrenrechts die sämtlichen Ver-
hältnisse des privaten und des öffentlichen Fürstenrechts eingehend be-
handelt werden. Überall werden die aufgestellten Sätze sorgfältig be-
gründet und durch eine Fülle geschichtlichen Materials erläutert. Auf
Einzelheiten einzugehen, fehlt hier der Raum; wer sich für die einschla-
genden Fragen interessiert, mag darüber in dem Werke selbst Nachlesen.
Er wird daraus manchen Anlaß zum Widerspruch entnehmen, aber er
wird das Buch nicht aus der Hand legen, ohne daraus Belehrung und
Anregung empfangen zu haben. Dr. Bourwieg.

126.
Prädikat, und Titelrecht der deutschen Standesherrrn. Eine rechtlich-
kulturgeschichtliche Untersuchung im Aufträge des Vereins der deutschen
Standesherren, unternommen von Oo,Hermann Rehm, ordentl. öfsentl.
Professor der Rechte in Straßburg i. E. München 1905. I. Schweitzer
Verlag. (M. 11,50.)
Ein etwas abseits liegendes Thema, zu dem der Vers., wir er im
Vorworte mitteilt, dadurch gekommen ist, daß er im Jahre 1904 von
dem Vereine der deutschen Standesherren veranlaßt wurde, über die
Frage nach „der Entstehung und Berechtigung zur Führung der Titel
Durchlaucht, Erlaucht, Erbfürst, Erbprinz, Prinz und Erbgraf" ein
Rechtsgutachten zu erstatten. Daraus erklärt sich die Anordnung des
Stoffes. Das Buch bietet unter strenger Durchführung der Unterscheidung
zwischen Adelstitel („von", „auf", „zu", „Freiherr", „Graf" usw.) und
Adelsprädikat („Durchlaucht", „Erlaucht", „Fürstliche Gnaden" usw.)
zuerst eine Geschichte der Prädikate Durchlaucht und Erlaucht und stellt
dann bezüglich dieser bei dem Prädikate das geltende Recht dar; es be-
schäftigt sich hierauf mit den Titeln Erbprinz, Prinz, Erbgraf und Erb-
sürst. Wer etwa meinen sollte, hier nur unfruchtbaren Erörterungen
und historischen Reminiszenzen zu begegnen, würde sich irren; der Verf.
bespricht z. B. ausführlich (§ 42) die standesherrliche Autonomie
(Artt. 46, 57, 58 EGzBGB.) und nimmt Stellung zu den von
Oertmann hierüber in einer kürzlich veröffentlichten Denkschrift aufge-
stellten Grundsätzen; er erörtert die Folgen der Unehelichkeit und Uneben-
bürtigkeit, die Möglichkeit einer Heilung, kommt in diesem Zusammen-
hang auf Modeste von Unruh und die lippische Thronfolgefrage (316)
usw., auch auf den Verlust ver Titel und Prädikate geht er ein (Ab-
erkennung der bürgerlichen Ehrenrechte) — kurz: man sieht, es sind
Fragen von weitreichender, aktueller Bedeutung, die mit wissenschaftlicher
Gründlichkeit beleuchtet werden. Noch mehr gilt dies von dem dritten
Teile des Buches, der vom Prädikat- und Titelschutze handelt. Hier
befindet sich der Vers, mit seinen Ausführungen, sowohl denjenigen, welche
den zivilrechtlichen Schutz (§ 12 BGB.), wie denjenigen, welche den
Beiträge, 49. Jahrg. 6. Heft. 54

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