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einem Dritten' die Belehnung als Lehnsvormund „to der
vrowen hand“ ertheilte, der der Lehnträger der Leibzüchterin
war und ihr die Folge sicherte“. Die Stellung des Lehnsvormunds ¬
konnte sogar zu der eines wahren Vasallen erhoben
werden, dadurch dass er das Lehn mit der Frau zu gesammter
Hand erhielt
Bei weitem weniger Garantie bot der Frau die Bestellung
eines Gedinges am Lehn des Mannes?. Der mannigfache
Bruch, dem das Gedinge unterliegt, liess das Recht der Wittwe
als ein höchst prekäres erscheinen. Nicht nur, dass dasselbe
der Folge an den neuen Herrn entbehrte, schon durch die Geburt ¬
von Lehnserben wurde es gebrochen 8. Ja jede Veräusserung ¬
des Lehns durch den Ehemann vereitelte ihren Anspruch°. ¬
Denn sollte das Gedinge an Gut zu rechtem Lehn
für sie werden, so musste dasselbe in der Lehnsgewere des
Manns ersterben". Und war nun auch nach des Mannes Tod
die Frau wirklich in die Gewere des Lehns gekommen, so
stellte der Tod des Herrn wiederum ihr Recht in Frage, da ja
die belehnte Frau der Folge darbt 1!
4 Der vrowen vründ. Lr. 75 § 1. Vgl. Homeyer System 352. Kraut
III, 81.
5 Lr. 56. 75 § 1. Richtst. Lr. 25 § 1. Vgl. Albrecht 237. Homeyer
System 352. Kraut III, 67.
6 Lr. 56 § 1. 75 § 1; in der letzten Stelle die Regel, in der ersten die
Ausnahme. Albrecht 238 n. 645. Homeyer System 355. Kraut III,
68. 88.
7 Homeyer System 361. Kraut III, 85. Ein Gedinge der Frau wird
erwähnt Lr. 57 § 1. 31 § 2. Dagegen gehört nicht hieher Ssp. III, 75 § 2,
s. o. § 10 n. 13. Joh. v. Buch berichtet uns, dass das Gedinge zuweilen zur
Wittwenversorgung benutzt wurde. Gl. zu Ssp. III, 76 § 3: Nu segge dat
underscheit tuschen dem angevelle unde lifgedinge — wan des is not. Angevelle ¬
is, dat di ein here liet also bescheidenlike, dest it eme van sime
manne los werde. Sih, dat plegen etlike — oren eigen wiven laten tu liende
vor or lifgedinge. Dit mach einem mengerleie wis afgan —.
8 Ssp. I, 33. Lr. 57 § 1.
9 Lr. 5 § 1.
10 Lr. 74 § 1. 57 § 1. 31 § 2.
1 Das wird äusser Acht gelassen von Kraut III, 87. 91. Sehr richtig