Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 49 (1905))

7. Zum Andenken an Friedrich Rassow

Zum Andenken an Friedrich Nalsow.
Vom Oberlandesgerichtspräsidenten Or. Ec eins.

Die Aufgabe, dem verstorbenen Freunde ein Wort der Er-
innerung zu weihen, fällt mir zu, der ich von den zurückgebliebenen
Herausgebern dieser Zeitschrift mit dem Verstorbenen am längsten
und innigsten befreundet gewesen. Das Leben führte uns im Jahre
1867 in Greifswald als Richter des damaligen Kreisgerichts zu-
sammen. Die bald geschlossene Freundschaft ist nie getrübt, sondern
mit den Jahren und durch Familienbande nur inniger geworden.
Der am 21. Februar 1826 zu Wolgast geborene Freund ent-
stammt einem bürgerlichen Hause alter, einfacher Lebensweise. Ein
älterer noch lebender Bruder ist als Gymnasialdirektor und Leiter
des Schulwesens im Großherzogtum Weimar weiteren Kreisen be-
kannt geworden; ein jüngerer, den der Tod vor wenigen Jahren
weggenommen hat, war ein angesehener Kaufmann. Die einfache
und schlichte Lebensweise des Elternhauses hatte den Verstorbenen
zu einem bedürfnis- und anspruchslosen, bescheidenen Manne von
ernster Tüchtigkeit erzogen, besten liebenswürdigste Eigenschaft war,
in allen Lebenslagen, auch unter den schwierigsten Verhältnissen, des
ihm zuteil gewordenen Guten dankbar sich bewußt zu bleiben. Aus
diesem Bewußtsein entnahm er Zufriedenheit und wußte sie um sich
zu verbreiten.
Auf dem Gymnasium in Stralsund, das der Achtzehnjährige
als primus omnium verließ, und auf den Universitäten Tübingen
und Berlin mit sicheren Kenntnissen ausgestattet, trat er im Herbste
1847 zu Berlin als Auskultator in den preußischen Justizdienst,
wurde dann mit Patent vom 15. November 1852 Gerichtsasteflor
und erlangte nach zeitweiliger Beschäftigung in Alt-Landsberg und
Stralsund im November 1854 die erste Anstellung als Kreisrichter
zu Bergen auf Rügen. Das freundliche Jnselstädtchen wurde in
dreifacher Richtung für sein Leben besonders bedeutsam. Er fand
dort als Kollegen Berthold Delbrück, dessen juristischer Scharfsinn
und Eifer den seinigen erstarken ließ; in einer jungen Schwägerin
Beiträge, 49. Jahrg. 2. u. 3. Heft. 12

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