Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 17 = N.F. Jg. 2 (1873))

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^cht vorgekommen, so kann er auch keine Folgen gehabt haben, welche
der Verklagte zu vertreten hätte. Es gehört aber die Behauptung der
Versetzung in diesen Jrrthum durch die Unrichtigkeit des Hypotheken-
scheins, welche unter Beweis zu stellen gewesen wäre, nothwendig zum
Fundamente der Klage, weil der Jrrthum allein den Causalnexus
zwischen dem Versehen und dem Ausfälle in der Subhastation herzu-
stellen im Stande ist und erst bei dem Nachweise dieser Causalverbin-
dung das Fundament der Regreßklage vollständig ist.
Daß auch das Gesetz nur unter der Voraussetzung eines solchen
Jrrthums die Regreßpflicht des Richters statuirt, ergeben die §§ 171
bis 174 Tit. II der Hyp.-Ordn. deutlich.
„Erst aus diesem Hypothekenschein," wie § 171 a. a. O. sagt,
„ersieht der Gläubiger mit Zuverlässigkeit, was ihm für sein Kapital
für eine Sicherheit wirklich verschafft worden sei" und der folgende § 172
fährt fort: „Leistet er auf diese Sicherheit die Zahlung des ver-
sprochenen Darlehns und es findet sich hiernächst, daß der Hypothcken-
schein unrichtig gewesen, so muß ihm das Gericht nach den Tit. I
§§ 76, 81 vorgeschriebenen Grundsätzen für allen daraus entstandenen
Schaden haften." Nachdem der § 173 a. a. O. dies noch näher prä-
cisirt, sagt dann ferner § 174: „Hat hingegen der Creditor entweder auf
den guten Glauben des Schuldners.das Darlehn früher
weggezahlt, als ihm der.Hypothekenschein.zugestellt
ist, so muß er es sich selbst beimessen".
Diese Stellen ergeben einmal, daß zur Begründung der Regreß-
klage die „geleistete Zahlung" resp. die Hingabe wirklich existenter
Forderungen und ein in Folge dessen entstandener Schaden gehört;
und ferner, daß, wenn die Hingabe des Werthobjekts ohne Rücksicht
auf den Hypothekenschein, ohne daß der durch die Unrichtigkeit desselben
hervorgerufene Jrrthum zur Hingabe veranlaßt hätte, erfolgt, resp.
wenn sie erfolgt, ehe die Ausantwortung des Hypothekendokuments diesen
Jrrthum erregen konnte, der Gläubiger es sich selbst zuzuschreiben hat
und einen Regreßanspruch gegen den Richter nicht erheben kann. Daß
ein solcher Jrrthum bei dem ersten Gläubiger, Simon Dan. E. durch
den Hypothekenschein erregt worden, ist nicht behauptet, das Gegentheil,
nämlich daß diesem der Hypothekenstand des Grundstücks wohl bekannt
gewesen, vielmehr unter Beweis gestellt. Nicht aber der Verklagte,
scndern der Kläger hat darzuthun, daß auf die Sicherheit, welche der
Hypothekenschein versprach, der Credit bewilligt ist und dieses Nachweises
ist er dem Verklagten gegenüber, den er wegen Schadens aus einem
Versehen in Anspruch nehmen will, auch als angeblicher dritter Erwerber

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