Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 17 = N.F. Jg. 2 (1873))

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perducendo, vel ipse in loca, in quibus praedium situm est,
perveniens, vel procuratorem mittens, actoris intentiones ex-
cipiat. Si vero post hujusmodi indultum tempus minime
hoc, quod dipositum est, facere maluerit, tamquam lite, quae
ei ingeritur, ex eo die, quo possessor ad judicium vocatus
est, ad interrumpendam longi temporis praescriptionem con-
testata, judex, utpote domino possessionis nec post hujus-
modi humanitatem sui praesentiam faciente, edictis legitimis
proponendis eum citare curabit, et tunc, in eadem voluntate
eo permanente, negotium summatim discutiens in possessio-
nem rerum actorem mitti non differet, omni allegatione ab-
senti de principali quaestione servata.
Nach den gründlichen Erörterungen Brie gl ob's (Einlcitung in die
Theorie der Summarischen Processe, Leipzig, 1859 § 64) *) hat diese
Codexstelle keine andere Bedeutung, als daß sie, ohne die Bestimmungen
des älteren Rechts (des Pandektenrechts) irgend wie abzuändern, vorschrcibl:
1. Der Beklagte, wenn er auch die Tesension gegen die Klage
ganz preisgeben will, soll doch, falls er in fremdem Namen besitzt,
verpflichtet sein, den dominus possessionis unverzüglich anzugeben.
Unterläßt er es, so ist er dafür nur dem dominus verant-
wortlich; auf den Verlauf der Sache zwischen dem Detentor und
dem Kläger bleibt es ohne allen Einfluß.
2. Der dominus nominatus wird erst durch eine einfache und
dann, wenn diese erfolglos bleibt, durch eine peremtoriscke Ladung
veranlaßt, sich auf die actio in rem, wenn er will, einzulassen
und den Streit bis zur definitiven Abnrtheilung durchzuführen, wo-
durch natürlich dem Kläger der Effect der vom Detentor zugestan-
denen translatio possessionis (und zwar um einige Zeit immer
schon durch die Fristen zur Citation des dominus) fufpendirt wird,
ja durch den Sieg des dominus gänzlich vereitelt werden kann.
Es versteht sich auch von selbst, daß in diesem Streit dem dominus
gegenüber der Kläger, wenn ihm der Grund seiner Klage geleugnet
wird, nicht siegen kann, ohne den Beweis desselben vollständig ge-
führt zu haben.
Allein etwas ganz Neues ist das doch nicht; denn auf jede Privat-
notiz von der Anbringung der Klage gegen den Detentor hätte
der dominus possessionis durch Intervention dasselbe erreichen
können. Neu ist nur die Forderung, daß ihm hierzu durch die ge-
richtliche Nomination und Citation ofsiciell Gelegenheit gegeben werden
soll, was unsere Stelle selbst unter den Gesichtspunkt der huma-
nitas stellt.
3. Hat der Nominirte innerhalb der gesetzten Frist von der Be-
fugniß, in den Streit einzutreten, keinen Gebrauch gemacht, so soll

*) Vgl. auch Schütze in der kritischen Viertestahrsschrifl für Gesetzgebung und
Rechtswiss. XI. S. 572 f.

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