Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 17 = N.F. Jg. 2 (1873))

7.3. Christian Friedrich Koch. Eine Skizze seines Lebens von Dr. J. F. Behrend, Professor der Rechte an der Universität zu Berlin. Berlin. Verlag von J. Guttentag (D. Collin). 1872

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öffentlichte „Entwurf eines Gesetzes über das Hypothekenwesen und einer
Hypothekenordnung für Preußen" hatte nicht den gewünschten Erfolg. Erst
durch die Vorlagen von 1868, 1869, 1871 wurde von der Staatsregierung
die Nothwendigkeit der Reform in vollem Maße erkannt, welche demnächst
durch die Gesetze vom 5. Mai 1872 ihren legislativen Abschluß gefunden
hat. Der Verfasser weist auf die großen Schwierigkeiten der Aufgabe hin,
das Jmmobiliarsachenrecht in einer Weise zu kodifiziren, daß das neue Recht
eine geeignete Grundlage darbieten könnte, um auch in den nicht landrecht-
lichen Provinzen des Staats eingeführt zu werden — auf die vielfachen An-
griffe, welche die Regierungsvorlagen, namentlich vom partikularistischen Stand-
punkte, so wie auf die Aenderungen, welche sie durch die Beschlüsie der beiden
Häuser des Landtages erfahren haben.
Die Darstellung des Grundbuchrechts zerfällt in sechs Kapitel, welche be-
handeln: das Grundbuch, den Eigenthumserwerb, die dinglichen Belastungen,
die Klagen aus dem Grundbuchrecht, die Zwangsvollstreckung, das Aufgebots-
verfahren.
Das 1. Kapitel (S. 1—71) beschäftigt sich mit dem Grundbuche,
seiner inneren Einrichtung, seiner Verbindung mit dem Steuerbuchs, dem
Charakter seiner Oeffentlichkeit und der Bedeutung der in ihm erfolgten Ein-
tragungen. Dabei wird der Grundbuchsämter als der thätigen Organe ge-
dacht. Das 2. Kapitel (S. 72—105) hat den Eigenthumserwerb zum
Gegenstände und enthält eine besonders lichtvolle Darstellung des durch den
ersten Abschnitt des Gesetzes vom 5. Mai 1872 neu eingeführten Rechts-
institutes der Auflassung gegenüber der bisherigen landrechtlichen Tra-
ditionstheorie. Sehr dankenswerth ist auch der Versuch, die einleitenden §§
des 9. und den 10. Titel des I. Theils des A. L. R. im Einklang mit
dem neuen Recht zu redigiren. Von gleicher Wichtigkeit ist das 3. Kapitel
(S. 106—181), enthaltend die dinglichen Belastungen. Es wird hier
der prinzipielle Unterschied zwischen den unkündbaren und den kündbaren Be-
lastungen hervorgehoben und demnächst die Grundschuld und die Hypothek in
ihrem Parallelismus und in ihrer Verschiedenheit von einander entwickelt.
Auch die folgenden Kapitel — wiewohl im Vergleiche zu den vorhergehenden
von minderer Bedeutung — geben dem Verfasser vielfache Gelegenheit zu
treffenden Ausführungen. So ist uns ein Buch geboten, das den vollsten
Anspruch hat, zum Gegenstände gründlichen Studiums gemacht zu werden.
Or. I. A. Gruchot.

3.
Christian Friedrich Koch. Eine Skizze seines Lebens von vr. I. F. Behrend,
Professor der Rechte an der Universität zu Berlin. Berlin. Verlag von
I. Guttentag (D. Collin). 1872. gr. 8. 22 SS.
Diese der Erinnerung an den Hauptbegründer der Preußischen Rechts-
wiffenschaft gewidmeten Blätter werden gewiß von jedem Freunde und Ver-
ehrer deffelben mit großem Jntereffe gelesen werden. Leider sind die Nachrichten,
welche dem Verfaffer über der Bildungsgang des großen Meisters zu Gebote

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