Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 17 = N.F. Jg. 2 (1873))

7. Literatur

7.1. Lehrbuch des Preußischen Privatrechts von Dr. Heinrich Dernburg, ordentlichem Professor des Rechts an der Universität Halle, Mitglied des Herrenhauses. Erster Band, Erste Abtheilung. Halle, Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses. 1871. Zweite Abtheilung. Halle, 1872

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Literatur.

i.
Lehrbuch des Preußischen Privatrechts von vr. Heinrich Dernbnrg, ordent-
lichem Professor des Rechts an der Universität Halle, Mitglied des Herren-
hauses. Erster Band, Erste Abtheilung. Halle, Verlag der Buchhandlung
des Waisenhauses. 1871. Zweite Abtheilung. Halle, 1872. gr. 8. 560 SS.
Dieses Lehrbuch, das bald nach der Veröffentlichung der ersten Abthei-
lung des ersten Bandes als eine Hervoragende Erscheinung in der Preußischen
Rechtsliteratur begrüßt worden ist, *) hat nach dem kurzen Vorworte den
Zweck, durch Hervorhebung und Gegenüberstellung der Eigenthümlichkeiten des
römischen Rechts und des preußischen Landrechts „gereisteren Studirenden die
Brücke zu schlagen von dem gemeinen zu dem inländischen Rechte..." „Das
Werk soll dem Studirenden zur Vorbereitung, zur Recapitulirung und Er-
gänzung eines daneben laufenden, selbstständigen, aber kürzeren Vortrags
dienen, etwa in der Weise, wie dies die Bestimmung der Pandektenlehrbücher
von Vangerow's und Windscheid's ist. Nach diesem Plane wird dies Buch
auch den in die Praxis übergetretenen jüngeren preußischen Juristen, wie den
außer dem Gebiete des Landrechts wirkenden deutschen Juristen eine zweck-
mäßige Anleitung zum Studium unsers Landrechts geben. Der gereifte
preußische Praktiker wird vielleicht finden, daß die besondere Anlage dieses
Buches zur Behandlung nicht weniger Materien führte, die in der bisherigen
privatrechtlichen Literatur Preußens übergangen oder doch nur lückenhaft be-
sprochen sind, und es mag ihm auch die Erörterung der einzelnen Streit-
fragen, denen vorzugsweise die Anmerkungen gewidmet sind, hie und da einen
Wink geben, der ihm von Nutzen ist."
Sehr beachtenswerth sind die Schlußworte, zumal im Munde eines der
gründlichsten Kenner und geschätztesten Bearbeiter des römischen und gemeinen
Rechts: „Das Schicksal, daß Fremdes bei uns übermäßig geschätzt, das Eigene
gering geachtet wird, hat das preußische Landesrecht lange genug zur Un-
gebühr getheilt. Es ist Zeit, daß wir uns den Werth des Unfern zum Be-
wußtsein bringen. Das preußische Recht ist in Folge einer nunmehr fast
hundertjährigen angestrengten Thätigkeit auf der Basis des größten Territorial-
staates Deutschlands zu der bedeutendsten civilistischen Schöpfung des deutschen
Volksgeistes herangewachsen und, wie es für die Gegenwart von Wichtigkeit
ist, so liegen auch in ihm die nothwendigen Ausgangspunkte der künftigen
Entwickelung des deutschen Rechts."

*) Vgl. die Anzeigen von Behrend in der Zeitschrift für Gesetzgebung und
Rechtspflege in Preußen V. S. 116, von L a b a n d in der Zeitschrift für da-
gesummte Handelsrecht XVIII. S. 314—316 und von vr. W. Neuling
ebendas. S. 317-320.

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