Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 42 = 6.F. Jg. 2 (1898))

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Literatur.

insbesondere in Sachsen, mit Einleitung, erläuternden Anmerkungen und
Sachregister, herausgegeben von Oberjustizrath H. Tränkner, Oberlandes-
gerichtsrath in Dresden, und vr. Fr. Wulfert, Landgerichtsdirektor in
Dresden. Leipzig 1897. Roßbergsche Hofbuchhandlung. (M. 10,00; geb.
M. 12,00.)
Diese Handausgabe ist zunächst für den sächsischen Juristen be-
stimm: und enthält deshalb überall Hinweisungen auf die entsprechenden
Bestimmungen des sächsischen Bürgerlichen Gesetzbuchs, hebt auch viel-
fach die Abweichungen des neuen Rechts von diesem ausdrücklich hervor;
sie soll aber auch weiteren Kreisen ein Hülfsmittel zur Einarbeitung in
den neuen Rechtsstoff bieten, indem sie dessen Verständniß durch An-
ziehung der Bestimmungen der Entwürfe, insbesondere aber durch Hervor-
hebung der Parallelstellen, mit kurzen orientirenden Worten und durch
andere kurz gefaßte Anmerkungen fördert. Auch eine kurze aber inhalt-
reiche Einleitung soll dem Zwecke des Buches dienlich sein. Im
Familien- und Erbrecht sind die Bemerkungen etwas reichhaltiger als
bei anderen Theilen des Gesetzes. Ich glaubte zuerst, den Grund
hierfür und für das Hervortreten einer anderen Methode darin suchen
zu dürfen, daß die Mitherausgeber den Stoff unter sich vertheilt hätten.
Das trifft aber nach der Vorrede nicht zu, da Wulfert nur das Familien-
recht bearbeitet hat, während die anderen Theile, also das Erbrecht
ebenso wie die ersten Theile des Gesetzbuchs in Tränkner ihren Be-
arbeiter gefunden haben. Die Bearbeitungsmethode hat sich also im
Laufe der Arbeit aus anderen Gründen geändert. Die neue Methode
nähert sich aber derjenigen, welche Achilles im Verein mit Andro, Greiff,
Ritgen und Unzner in seiner schon 1896 bei Guttentag erschienenen
Handausgabe befolgt hat. Den einzelnen Abschnitten werden zusammen-
faffende Bemerkungen vorangestellt, und während in der Achilles'schen
Ausgabe den einzelnen Paragraphen als Randüberschrift ein Stichwort
zugefügt ist, faßt die sächsische Ausgabe in den letzten Theilen, besonders
im Erbrecht, den Inhalt einer Reihe von Paragraphen durch Anein-
anderreihung solcher Stichworte zusammen. Die Ähnlichkeit ist aber,
wenn man näher zusieht, noch größer. Zum Theil sind, namentlich im
Erbrecht, dieselben nicht gerade durch die Sachlage gebotenen Stich-
wörter in beiden Ausgaben in gleicher Weise benutzt, einige Male be-
gegnet uns sogar ein Gedanke, der nicht einer gemeinsamen Quelle
entlehnt scheint, in gleicher oder fast gleicher Wortfaffung. Ich will
damit nicht sagen, daß die sächsische Ausgabe die Achilles'sche sachlich
in ungehöriger Weise ausgeschrieben habe, wäre die Quelle erwähnt, so
wäre kein Vorwurf zu machen, — aber verwunderlich ist mir allerdings
erschienen, daß im Vorwort unter den benutzten Büchern nicht auch
die Achilles'sche Handausgabe aufgeführt und daß an einzelnen Stellen
nicht noch besonders auf diese Ausgabe hingewiesen ist.

Eccius.

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