Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 43 = 6.F. Jg. 3 (1899))

8.15. Demelius, Dr. Ernst, k. k. Gerichts-Adjunkt, Privatdozent an der Universität Wien: Das Pfandrecht an beweglichen Sachen nach österreichischem bürgerlichen Recht. Mit besonderer Berücksichtigung des Bürgerlichen Gesetzbuchs für das deutsche Reich

Demelius, Das Pfandrecht an bewegt. Sachen nach österreich. Recht. 281
Arbeit ist auch bei diesem Gesetz eine sehr fleißige zu nennen. Ueberall
wird auf die dem preußischen Gesetz zu Grunde liegenden Gedanken des
Reichsgesetzentwurfs zurückgegangen, auch dessen Fassung und Motive
mit der Fassung und den Motiven des preußischen Gesetzes verglichen
und das Verhältniß zu anderen Gesetzen besprochen. Nicht erörtert ist
das Verhältniß zum Bürgerlichen Gesetzbuch und zu den damit in Ver-
bindung stehenden Gesetzen und die Bedeutung der hier gemachten Vor-
behalte. Die Zwangsversteigerung der Bahneinheit insbesondere ist im
Gesetz geordnet im Anschluß an das preußische Gesetz über Zwangsvoll-
streckung in das unbewegliche Vermögen. Nach den Einführungsgesetzen
der Reichsgesetze treten die entsprechenden Normen der Reichsgesetze an die
Stelle der preußisch-rechtlichen Bestimmungen. Hier volle Klarheit zu
schaffen, wäre m. E. sehr wünschenswerth gewesen. Eccius.

14.
Das Pfandrecht an bewegliche» Sachen nach österreichischem bürgerlichen
Recht. Mit besonderer Berücksichtigung des Bürgerlichen Gesetzbuchs für
das Deutsche Reich von Dr. Ernst Demelius, k. k. Gerichts-Adjunkt,
Privatdozent an der Universität Wien. Erste Abtheilung. Wien. Wilhelm
Braumüller. (M. 6,—.)
Der Verfasser hat sich die Darstellung des österreichischen Mobiliar-
pfandrechts auf gemeinrechtlicher Grundlage — mit Ausschluß der
handelsrechtlichen Lehren — zur Aufgabe gestellt und seine umfassenden
und eingehenden Studien vorzugsweise auf die Vergleichung der Be-
stimmungen des preußischen Landrechts und des Bürgerlichen Gesetzbuchs
für das Deutsche Reich erstreckt, übrigens auch das geltende sächsische
sowie das französische Privatrecht berücksichtigt. Nach einer Darstellung
der Geschichte der Pfandrechtstheorie begrenzt der Vers, den Gegenstand
seiner Studien unter Ausscheidung des sog. richterlichen Pfandrechts auf
das rechtsgeschäftliche Pfandrecht und behandelt in der ersten Abtheilung
seines Buches das vertragsmäßige Pfandrecht nach Begriff und Wesen,
den allgemeinen Grundsätzen der Subsidiarität, Akzessorietät, Spezialität,
Publizität (Erkennbarkeit) und Untheilbarkeit, dem Gegenstand und der
Entstehung des Pfandrechts.
In der zweiten Abtheilung soll sodann die Lehre vom Pfand-
vertrag, vom Inhalt, von der Rangordnung, Übertragung und Endigung
des Konventionalpfandrechts, das Recht der Pfandleihanstalten, das letzt-
willige Pfandrecht, sowie die gesetzlichen Pfandrechte erörtert werden.
Nach der Vorrede hat „das Unbeftiedigende und Zerfahrene der
heutigen Pfandrechtsdogmatik" den Anreiz zu den Untersuchungen des
Verf. gegeben. Begriff und Wesen des Pfandrechts und dessen Stellung
im System der subjektiven Privatrechte bilden daher den ersten Angriffs-
punkt der Untersuchung und Erörterung. Von ihnen gilt vornehmlich
die Aeußerung des Vers. (S. VII), daß er den reinen Rechtsbegriff unter
Umständen für nicht zureichend zur Erklärung von Erscheinungen des
rechtlichen Lebens halte, sondern wirthschastliche, individual ökonomische

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