§. 171.
§. 171. Eigenthumsübergang durch Tradition.
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1) zu ihr hinzu kommen die Erklärung des Willens von
Seiten dieses Andern, daß er das ihm übertragene Eigenthum
erwerben wolle; mit anderen Worten, der Eigenthumsübergang
setzt voraus einen Eigenthumsübertragungsvertrag'. Dieser Vertrag ¬
sodann bedarf
2) einer gewissen Form. Diese Form ist die Besitzübergabe ¬
(Tradition)?. Der auf das Geben und Nehmen des Rechts
an der Sache gerichtete Wille muß seinen Ausdruck finden in
1 L. 10 D. de don. 39. 5. „Absenti, sive mittas, qui ferat, sive quod
ipse habeat, sibi habere eum iubeas, donari recte potest. Sed si nescit,
rem, quae apud se est, sibi esse donatam, vel missam sibi non acceperit,
donatae rei dominus non fit“. L. 55 D. de O. et A. 44. 7. Seuff. Arch.
XIII. 82, Buchka n. Budde Entscheidungen des OAG. zu Rostock IV. 34.
Bremer Zeitschr. f. Civ. u. Pr. N. F. XX S. 67 Note 24 leugnet, daß
in der Tradition ein Vertrag enthalten sei, mit Berufung darauf, daß von
Seiten der Empfängers keine Willenserklärung gegenüber dem Tradenten,
sondern nur eine Willensthat gegenüber der Sache erforderlich sei, z. B. bei
der traditio in incertam personam (§. 172 Num. 4), bei gestatteter Wegnahme
von Steinen aus der Steingrube eines Andern (l. 6 D. de don. 39. 5).
Aber s. II §. 306.
2 L. 20 C. de pactis 2. 3. „Traditionibus et usucapionibus dominia ¬
rerum, non nudis pactis transferuntur“. L. 50 pr. D. de R. V. 6.
1, l. 15 C. eod. 3. 32, l. 6 C. de H. v. A. V. 4. 39, l. 8 C. de A. E. V.
4. 49. L. 16 D. de fundo dot. 23. 5 ist im Sinne ihres Urhebers ohne
Zweifel von der Mancipation zu verstehen, im Sinne des Justinianischen
Rechts von der Cession der Vindication, — 1. 10 §. 2 D. de cond. furt. 13
1 entweder vom Legate (vgl. §. 3 eod.) oder ebenfalls von der Mancipation
(vgl. die Interpolation „nactus possessionem servi“ in l. 56 D. de O. et
A. 44. 7). S. auch Schmid S. 85—91. Eine Ausnahme enthält auch nicht
1. 1 §. 1 D. pro soc. 17. 2, welche sich aus einem constitutum possessorium ¬
(§. 155 Note 8) erklärt, wie deutlich aus l. 2 eod. hervorgeht (a. M.
ohne genügende Begründung Puchta kl. civ. Schriften S. 439). Dagegen glaube
ich eine Ausnahme allerdings in 1. 23 C. de ss. eccl. 1. 2 anerkennen zu müssen:
Kirchen und milde Stiftungen werden aus Käufen und Schenkungen Eigenthümer
ohne Tradition — was früher fast allgemein angenommen wurde, noch in der
neueren Zeit von Thibaut Arch. f. civ. Pr. XX. 1 vertheidigt und von
Vangerow 1 §. 311 Anm. 4, wie mir scheint, nicht widerlegt worden ist.
(„In his autem omnibus casibus non solum personales actiones damus,
sed etiam in rem —“
Diese Worte versteht Vangerow dahin: es solle
die in rem actio, wenn sie zulässig sei, ebenfalls der im Gesetze vorgeschriebenen ¬
100jährigen Verjährung unterliegen.) [Conossement? Exner S.
186 fg., Goldschmidt §. 79 Note 3. Eigenthumsübergabe an Schiffen: