134 Der Sternkunst lI. Buch. Von der
235. Diese Art, die Sterne der ersten Größe zu
erkennen, könnte bey allen andern gebraucht werden; sie
ist aber langweilig, und erfordert vielleicht zu viel Zubereitung, ¬
zumahl im Winter. Ich habe daher für
nützlich erkannt, hier einige Linien anzuzeigen, die ein
bequemes Mittel geben, die vornehmsten Sternbilder
kennen zu lernen; dieses wird eine kleine Unterstützung
der Wißbegierde, für diejenigen seyn, die weder wirkliche ¬
noch platt vorgestellte Himmelskugeln, und keine
hiezu nöthige Werkzeuge besitzen. Man muß aber
voraus wissen, daß diese Linien keine Schärfe und genaue =
Richtigkeit haben können; wenn es aber bloß
darauf ankömmt, die Gestalt eines Sternbildes kennen ¬
zu lernen, so ists genug, daß diese Linien ohngefähr
den Ort anzeigen, wo dasselbe stehet, damit man nicht
in Irrthum falle, ein Sternbild für ein anderes zu
halten.
Die Art durch gerade Linien die Sterne zu verbinden, ¬
und dadurch kennen zu lernen.
236. Es sey jemand in einer Winternacht, im
Monat Januar oder Februar, auf einen freyen Platze, ¬
um 7 oder 8 Uhr, so wird er in der Mittagsgegend,
wenigstens in Europa, das große Sternbild des Orions
erblicken; es enthält 3 Sterne der zwoten Größe die
in gerader Linie, sehr nahe neben einander stehen, und
mitten in einem großen Viereck; die Gestalt desselben
zeigt die 19te Figur, aber auch ohne Beyhülfe dieser
Figur, ist es unmöglich sich durch die von mir angegebenen ¬
Kennzeichen, bey diesem Sternbilde zu irren.
237. Diese drey Sterne, die man den Gürtel
Orions gemeiniglich die drey Könige oder den Rechen ¬
nennt, zeigen durch ihre Richtung, auf einer Seite
den