Full text: Volume (Bd. 1 (1800))

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ii. Lambaeeres Aede

e entweder annehmen, oder verwerfen zu
en. Denn da es in einem Alter, wo sich
die Vernunft noch nicht gebildet hatte, an Kin-
des statt angenommen wurde; so muß cS be-
rechtiget seyn, alsdann, wenn seine Vernunft
die volle Reife erlangt hat, seinen Willen erklä-
ren zu dürfen.
Da endlich die Natur keinem Einzelnen zwey
Familien anweiset, so muß die Adoption daS
angenommene Kind derjenigen Familie entzie-
hen, in welche eS die Natur hinsetzte, wahrend
dem sie selbiges in derjenigen,, in welche sie eS
aufnimmt, nur mit denen vereinigen kann, die
eS aufgenvrpmen haben. Der Adoptirende,
welcher Herr ist, Verbindlichkeiten auf sich zu
nehmen, kann nach seinem Belieben sich einzel-
ne Menschen durch die bürgerliche Kindschaft
anziehen: er vermag es aber nicht, eben so
freye Menschen, als er ist, in Verbindungen
«inzuweben, die sie nicht eingegangen haben.
Der Mensch kommt schwach zur Welt, zwar
mit Rechten und Befugnissen, aber er kann jene
Rechte nicht vertheidigen, und diese Befugnisse
nicht ausüben. In dem Augenblicke, wo er
jene Rechte und Befugnisse erhalt, ist es für
ihn gerade so, alS ob er sie schon wieder ver»
loren hätte.
Diese, sey es physische, sey es moralische
Schwache, ist es, die das, was man Unmün-
digkeit nennet, ausmacht.
In diesem Zustand hat der Mensch einer
Stütze, eines Beschützers, einer Berathung no-
thig. Die ersten Jahre seines Lebens sind der
Obsorge derer, die eS ihm gegeben haben, an-
vertrauet : die ersten Vormünder sind sein Va-
ter, seine Mutter.
Zu

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