Full text: Volume (Bd. 1 (1800))

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1. v. AImenLingen

Wenn das Urtheil unserer Mitmenschen uns
die doppelte Fähigkeit rechtlich und sittlich zu
handeln, negativ beylegt, d. h. nicht aus-
drücklich uns beyzulegen verweigert, so ist unsre
Würde, als sittliches und rechtliches Wesen,
im Urrheil der Menschen anerkannt. Im
entgegengcsezten Fall hat man uns Würde ab-
gesprochen. Ist dieses Absprechen auf harte
und lieblose Beurtheiluna unserer äusseren That-
handlungen gegründet, oder auch durch gar
nichts motivirt, so kündigt cs sich als Schmä-
hung, ist dieses nemliche Absprechcn dagegen
auf falsche uns unterschobene Thathandluugen
gegründet, so kündigt es sich alS Derläum-
düng an. Der gröbern Schmähung und Der-
laumdung legt der juristische Sprachgebrauch die
Benennung der Injurie im weitern Sinne be.n.
Die im Urtheil der Mitmenschen anerkannte
Würde deS Menschen, wird auch der gute
Name, der unbcflekte, unbescholten, Ruf
genannt. Der gute Name besteht nicht etwa
,n dem Ruf erworbener Vorzüge. Sr drükt
negative und keine positive Eigenschaften aus.
Wenn man vom unbescholtenen Ruf eines Men.
schcn spricht, so versteht man darunter nicht
grade den durch seine hervorglänzende praktische
Tugenden erworbenen. Unter dem unbeflek.
tenRnf des edlen Howard» wird niemand die
Uneigennützigkeit und Selbstaufopferung ver-
stehen , mit welcher dieser Freund der leidenden
Menschheit se,n thatiges keben, dem Besuchen
der Gefängnisse und Spitäler, zur Verbesserung
der Gefangnen und öffentlichen Krankenanstal-
len gewidmet hat. Ich werde, wenn ich vom
edlen Karakter meines niedrig und unedel von
der M * * Regierung verfolgten Freundes
R * * *

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