Full text: Volume (Bd. 1 (1800))

Ueber Verletzung, des guten Namens u. d. Ehre. 53
kann nur sein wenigstens äußerlich durchaus
uncrzwungeneS Factum, den von ihm vernich-
teten guten Leumund wieder Herstellen.
d. Laßt uns sehen, oh physischer Zwang
künftige oder mögliche Verletzungen deS guten
Namens durch Schmähung und Derläumdung
abzuwenden vermöge?
Beym ersten Anblick möchte man freylich die
Affirmative zu behaupten sich sehr genügt finden.
Ich darf ja nur dem ein Uebel zufügen, der
mich schon verläumdet hat, oder vorabsichtlich
meinen guten Namen durch üble Nachrede zu
verderben suchen wird, um ihn abzuhalten,
seine böse Absicht auszuführen, oder die schon
begonnene Ausführung derselben durchjusetzen.
Vor dem Schrecken des sinnlichen Schmerze-
werden Derläumdung und Schmähung verstum-
men. So wie der reiche Holländer seine Gar-
tenanlagen gegen die Verheerungen der Raub-
sucht und des Muthwillens dadurch schützt, daß
er Fußangeln mit warnender Inschrift vor den
Eingang seiner Felder legt, und so wieder blose
Anblick dieser Inschriften lachende Blumenbeete
und einladende Ovststücke gegen den Zuspruch
des vorübergehenden Janhagels sichert, der ent-
weder für die Folgen seines Vorwitzes schon ge-
büßt hat, oder zu büßen fürchtet — grade so
muß die Furcht vor sinnlich physischem Uebel
den otterzüngigten Pöbel in den Schranken der
Bescheidenheit erhalten, und gegen seinen gifti-
gen Hauch den guten Namen verwahren können.
Ich will den, der sich die Erklärung der
Möglichkeit, den guten Namen gegen künftige
Kränkungen durch Zwang zu schützen, so leicht
macht, nicht durch die Frage in Verlegenheit
setzen, wie er das Recht, üblr Nachreden durch
Dro-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer