Full text: Volume (Bd. 1 (1800))

nufer Gericht te.

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trauen auf bau Wort deu Schwörenden .ist der
einzig mögliche Grund des Gebrauchs der außer-
gerichtlichen Eidesdelationen, wie schon oben
gezeigt worden ist.
Das Zeugniß des Dionysius, — antiquissi-
mis temporibus in causis dubiis plerum-
que ex alterutrius partis fide ac sacramen-
to arbitria facta fuisse —■ welche» Maiblanc
zur Unterstützung seiner Hypothese ansührt, ist
mehr für die unsrige. Dieser Geschichtsschrei-
ber scheint es als einen Beweis der Sitten, ein
falt zu erwähnen, welcher das Alterthum vvr-
theilhaft auszeichne. Da war noch Treue und
Glauben in der Welt. Wer aus einem Factum,
wovon er keine Wissenschaft hatte, in Anspruch
genommen, oder wenn aus einem gleichen Dvr-
wande eine bestens gegründete Forderung ver-
weigert wurde, traute der Ehrlichkeit des an-
dern soviel, daß er bey einer eidlichen Bestär-
kung die Zuversicht hegte, nicht belogen zu wer-
den und war selbst so ehrlich, feinen Gegner
nicht durch die schikanöse Anmuthung schwieri-
ger, vielleicht unerbringlicher Beweise hinzuhal-
ten. D>eß ist es, was er ohngefahr sagen will.
Man wird mir also beypflichten,'daß der
wahre Grund des Gebrauchs willkührlicherEide
in dem Vertrauen dev ehrlichen Mannes, durch
die Versicherung des Schwörenden nicht getäuscht
zu werden, zu suchen sey. Nur dieses konnte
die erste Idee derselben erzeugen und die Absicht
den Gegner auf den Fall, daß er wirklich eine
gerechte Sache habe, in den Stand zu setzen,
den Deferenten von einer demselben, zweifelhaft
ten Bedingung der Gerechtigkeit seiner Sache
ZU

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