Full text: Magazin für die Philosophie und Geschichte des Rechts und der Gesetzgebung (Bd. 1 (1800))

jam pofitiven Rechte.

407

seyn , »eil sie sich „tzt über den Richter nicht
werden vereinigen können; sr> fügt da» positive
Recht hinzu: und hier dieser Mann (oder diese«
Gericht) ist e«, welcher nach eurem Willen zum
voraus dazu bestimmt ist. Hin Widerspruch mit
dein Naturrechte wäre freylich da, wenn die
Streitenden durch da« positive Recht angewiesen
würden , die Entscheidung ihre« Streit« selbst zu
übernehmen und keinem Dritten zu überlassen.
Ware aber wohl ein solche« Gesetz positives Recht?
Durch dasselbe Hörle >a alle« Recht auf, die
Macht de« Stärkeren nur herrschte und von ei»
nem Staate könnte gar die Rede nicht seyn.
Da» Naturrecht setzt fest: dieser Richter
soll unpartbeyisch und den gegründeten Ansprü-
chen eine« jeden gemäß entscheiden, e« müssen
daher Anfalten getroffen werden, welche vor
der Willkü-r de« Richters schützen. Hier ist die
höhere Instanz, fügt da» positive Recht hinzu,
wo auf Verlangen der Streit sowohl, als da«
Urtheil ke« Richter« untersucht wird.
Die reine Demokratie widerspricht hier dem
Naturrechte, sie schützt nicht gegen-Wilikühr,
allein eben deswegen herrscht auch kein positive«
Recht in derselben. Die, welche in einer solchen
Verfassung leben, werden sich entweder genö»
thigt sehen einen Staat zu errichten, oder wer-
den in völlige Wildheit zurücksinken, und von
den cultivirten Na^barn als Wilde behandelt
werden.

Also giebt e« wohl gur kein positive« Recht,
mögte mancher fragen, de«n wo ist ein vollen-
deter Staat?
Ware e« wirklich der Fall, dass nur in ei-
nem vollendeten Staate positives Recht zu fin-
den

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer