Full text: Magazin für die Philosophie und Geschichte des Rechts und der Gesetzgebung (Bd. 1 (1800))

4M IX. Einigt Demerkungt» über die Beweis«
Doch wir haben nicht Nvthig zur Erläu-
terung meiner Sage« uns gerade einen seltenen
Menschenkenner zu denken. Man nehme nur
an , daß er seinen Mann kenne , und er wird
in manchen feineren Zügen ein» Bestattigung
und Erfüllung sonstiger Dermuthungen finden.
Er wird unerschütterlich überzeugt seyn, ohne
daß für ihn ein juridischer Dewriß hergestellt ist.
Die Aenntniß de« besonderen Subjekt«
macht viele Zeichen eine« bösen Gewissen« un-
trüglich, welche >m Allgemeinen aufferst trüg-
lich sind. Der Affect der Schaam oder Furcht,
daß er seine Unschuld nicht frühe und deutlich
genug allen zeigen werde , kann auf der Ober-
fläche eine« Menschen die nrmlichen Erscheinun-
gen htrvorbringen, welche ein böse« Gewissen
hervorbringt. Dein Herz ist beklemmt, die
Verlegenheit mahlt sich in seinem Gesicht, er
erröthet, stottert, nimmt wohl gar zu einer
küge sein, Zuflucht, weil sein befangener Geist
sich einbildet, sie werde ihn schneller und siche-
rer von dem Verdacht reinigen , wie die Wahr-
heit. Wer seinen Mann kennt, wird nicht
lange über die Ursache im Zweifel schweben,
aber den unpartheyischen Dritten werben sein«
Schlüsse nicht befriedigen. E« liegt dabey ein
Abstractum von dem Character de« Subjekt«
zum Grunde, welche« er erst dann für richtig
annehmen wird, wenn ihm alle Data, wovon
e« abstrahikl ist, beglaubigt und mit ihren Nr-
benumstanden vorq.legt worden find. Diese«
aber ist eine Unmöglichkeit.
Au« dem nrmlichen Grunde ist die Ein»
»Heilung zwischen negativerund positiver Glaub-
haftigkeit der Zeugen in rechtlicher Hinsicht ohne
Nutzen. Ist i- B. der Zeuge bey der Sache
intrressirt, so schwächt kiese« die Glaubhaftigkeit
desselben

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