Full text: Volume (Bd. 1 (1800))

l.'eberVcrlt<;ui,s.dtrsuttN NmmenSu.d.Ehre. 27
mir sich darstellt, gemischt. Ich mahle mir
den Mann als Bösewicht, den vielleicht nur ein
seltner Zusammenfluß von Umständen, sub-
iectiven Stimmungen und Ansichten über Recht
und Pflicht dahin brachten, daß er Bösewicht
zu seyn scheint. Ich schmähe jetzt nicht mehr,
ohne iw mindesten meinen Jrrthum zu vermu-
then, auf den Charakter einer einzelnen Hand-
lung; ich schmähe auf den Charakter deS Man-
nes. Für mich hat er keine moralische Würde
mehr. Auf mein Zutrauen kann er keine wei-
tere Ansprüche machen. Soll ich mein Urtheil
über seinen Charakter in mir verschließen? Bin
ich es in meinem Gewissen meinen Mitmenschen
nicht schuldig, welche den Mevius, so wie ich
zu kennen, keine Gelegenheit hatten, sie mit
den gefährlichen Seiten des Menschen bekannt
ju machen? Er würde warlich in meinem Ur-
theil über ihn, nichts gewinnen, wenn er mir
so etwgs zumuthen wollte. Er würde das,
was ich über die Illegalität seiner Stimmung
gesagt habe, nur bestätigen.
Lleant, ein junger Mann aus einer kleinen
Provinzstadt, ohne Vermögen, aber von edler
Erziehung, Gewandheit des Geistes und einem
romantischen Schwung verläßt insgeheim das
elterlicheHauS. Ein alter Bekannter und Lands-
mann findet ihn in einer grossen Hauptstadt in
der Gesellschaft von falschen Spielern und Beu-
telschneidern wieder. Er geht in verdächtigen
Häusern und nur in verdächtigen Häusern aus
und ein. Keine Lais und Phryne mit welcher
Cleant nicht auf vertrautem Fuß lebte. Wo es
nur einen Menschen giebt, den der öffentliche
Ruf als eipen Schüler Cartouches oder ***
brandmarkt — so ist auch Cleant sein bestän-
diger

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