Full text: Volume (Bd. 14 (1904))

664 Baring, Aufwendungen, Verwendungen, Einrichtungen und ihr Ersatz.
gelegen,^" die dem Geschäftsführer unabhängig von dem Auftragsverhält-
nisse den Anspruch aus eine gewöhnliche Gegenleistung (s. bei Note 76) ge-
währt hätte."
Im Unterschiede davon ist also die Schuld, zu deren Begründung
hier die Einwilligung vorliegt, erneut nur als Ersatzpflicht zu kennzeichnen.
Weiter ist hervorgetreten, wie unabhängig die Entstehung dieser Pflicht
davon ist, welches sachenrechtliche Schicksal dem aufgewendeten eigenen
Gelde oder Pferde wie dem damit Erworbenen oder Zugewendeten (dem
gekauften bzw. überlassenen Pferde) zuteil wird. Wie die Vollmacht eine
Unterart der Einwilligung im Sinne der §§ 182—185, so ist diese wieder
eine Unterart der Ermächtigung im hier erheblichen weiteren Sinne. Sie
wird unmittelbar weder von den §§ 167 ff., noch von den §8 182 ff.,
sondern nur von den 88 662 ff. getroffen. Am nächsten steht ihr die Ein-
willigung des 8 185; ihr genaues Seitenstück aber ist nur die (nach 8 181
mögliche) Ermächtigung eines anderen, durch Verfügungen im Sinne des
8 185 in sein eigenes Vermögen Gegenstände aus dem des Ermächtigers
rechtswirksam zu übertragen.
Jene Ermächtigung ist ferner im Unterschiede von 8 171 (vgl. Ende-
mann I 8 81, H, 1) ein empfangsbedürftiges, und zwar — im Unter-
schiede von den 88 167 ff. wie auch von § 182 — ein unbedingt dem
Geschäftsführer gegenüber vorzunehmendes Rechtsgeschäft. Wie weit
die Ermächtigung reicht, wird in jedem Falle zu untersuchen sein. Soweit
sie aber reicht, kommt selbstverständlich nichts darauf an, inwieweit die
Aufwendung nöttg oder nützlich war.
8 31. 2. Bestätigung.
Diese Sätze sind praktisch von besonderer Bedeutung bei dem der Er-
mächtigung im wesentlichen gleichwertigen, nur unwiderruflichen, Rechts-
geschäfte der Bestätigung („Genehmigung" im Sinne des 8 184; vgl.
Holder unter 1 zu 8 182; Bekker II 8 107, insbesondere Beil. I). Auch
hierbei ist von dem Falle abzusehen, daß der Geschäftsführer mit Dritten
bzw. „mit sich selbst" im Namen des Geschäftsherrn Rechtsgeschäfte
abschließt; und auch hierbei können die sachenrechtlichen Schicksale des Auf-
gewendeten und des Erwerbs ebenso verschiedenartig sein, ohne daß für
die Ersatzpflicht etwas darauf ankäme.
Auch diese Genehmigung wird, genau genommen, ebensowenig wie
die Ermächtigung von den 88 182 ff. unmittelbar betroffen; sie ist allein
in 8 684 Satz 2 vorgesehen. Hinsichtlich der Tragweite der Genehmigung
kommt besonders in Betracht, ob der Geschästsherr von dem Umsang der

10 Bekker II, § 107 bei 1; Holder zu § 183.
71 Bekker a. a. O. bet m.

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