Full text: Volume (Bd. 14 (1904))

448 Langheineken, Pflichtteilsrecht entfernterer Abkömmlinge und der Eltern.

aber von ihnen ausgeschlagen worden. Der für die Söhne berufene
Ersatzerbe E' nimmt die Erbschaft e an, ebenso die Tochter das Ver-
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mächtnis v und der Miterbe X den Erbteil o" — -g- k. Nach unseren frü-
heren Berechnungen beläuft sich der Pflichtteil der Söhne auf p' — ^k,
der Pflichtteil des Parens auf p— ^k. In der Tat ist hier der Erbteil
e' g k^ kleiner als die Summe seiner Belastungen p -)- v ^;
der Fehlbetrag beziffert sich auf —^k=-^k. Um diesen Wert darf
der Erbe E' das Vermächtnis v der Tochter kürzen, d. h. es tritt dem
Vermächtnisanspruch der Tochter für den Teilbetrag j^k eine perern-
torische Einrede aus 8 2322 entgegen. Trotzdem bleibt es dabei — und
darin kommt der an die Spitze von VIII S 438 gestellte Grundsatz zur
Geltung — daß der volle, nominelle Wert v(= -j^k) des Vermächt-
nisses ^nicht nur der effektiv zu realisierende Betrag -^-k — ^k = -^-k^
als Subtrahendus gemäß 8 2309 einzuführen ist. Was für Absurditäten
nämlich sich aus der gegenteiligen Meinung ergeben, zeigt folgende Be-
trachtung:
Käme es für die Anwendung des 8 2309 daraus an, was ein näherer
Abkömmling (hier die Tochter) effektiv aus dem Nachlaß erhält, so wäre
(außer dem Pflichtteilsanspruch p' der Söhne) als Subtrahendus nur
v — jfk = -j-k anzusetzen, wodurch sich der Pflichtteil p des Parens P
um ^k, d. h. aus (^ +k = ^k erhöhte.^ Dies hätte aber wieder
zur Folge, daß das Kürzungsrecht des Erben E' am Vermächtnisse der
Tochter sich um ebensoviel (b. h. um ^kj steigerte, so daß deren effek-
tiver Anteil am Nachlaß weiter auf -^-k — ^k —^k herunterginge, was

89 Genauer: Der von -g-k in Abzug zu bringende Betrag (p'+v) ver-
ringert sich um ^k, beziffert sich also nur auf^k-s-^k — ^k, und läßt daher
von y k den Rest ^k als Pflichtteil des Parens übrig.

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