Full text: Volume (Bd. 3 (1820))

der dürftigen Wittwe.

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und eine zweyte Ehe, sofern sie nach Ablauf des
Trauerjahrs abgeschlossen wird, völlig gleich-
giltig seyn müssen (i). Es versteht sich, und ist
sogar in der Novelle ausdrücklich gesagt, daß
sie keine Schulden des Mannes aus dem Ihrigen
bezahlen muß, wenn diese gleich ihren Antheil
verringern. Es ist deutlich, daß sic auf kein
jus gklcrescenäi Ansprüche hat, obschon immer
noch darüber gestritten werden kann, ob ihr in
dem Falle, wo sie mit mehr als drey Descen-

(1) Das Gegenteil würde vielleicht behauptet wer-
den können, wenn man, wie es viele thun, mit
Lehr (Erörterung der Frage, in welchen Zeitpunk-
ten der Testaments-Crbe oder Leggtar erbfähig seyn
müsse? Darmstadt 17Y2. §, 20 ) annehmen könnte,
daß der Legatar vom Anfall bis zur förmlichen An-
nahme des Legates erbfähig seyn müsse. Allein diese
Ansicht, nur allein auf eine unstatthafte Analogie,
hergcnommen von dem Erben, gestützt, muß um so
mehr als völlig verwerflich erscheinen, da die ganze
Natur der Legate damit im Widerspruche steht. So
wenig, wie der vor d?r förmlichen Annahme des
Legats erfolgte, Tod des Legatars schadet, so wenig
kann cs die eintretende Unfähigkeit. Wie soll über-
haupt diese Ansicht neben dem, durch den Anfall
eimretenden, Erwerb bestehen können?

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