Full text: Volume (Nr. 2 (1852))

26

die Bemerkung 72), daß man voluntate lua zu der sententia Aristonis
heraufbeziehen und als stillschweigend vorausgesetzt annehmen dürfe. (B.
S. 85). Zwar leuchtet wohl ein, daß man ein Darlehen gewollt, und
doch nichts von ihm (d. h. von seinem Abschlüße) gewußt haben kann.
Aber warum ist denn in dieser sententia Aristonis ein so wesentliches
Stück ausgelassen worden? Die Glosse73) nimmt die Worte wie sie
liegen, hält es für Aristo's Satz, daß der Erwerber der Forderung
schlechterdings nichts von dem Darlehen gewollt und gewußt zu haben
brauche, und erklärt das „voluntate tua" Julians durch ein vorgescho-
benes „maxime." Eine dritte Ansicht, vor G.Noodt7^) bei Donellus73),
interpretirt die Nothwendigkeit wenigstens einer ratihabitio heraus, ohne daß
uns recht klar wird, wie - Heimbach73) endlich hat eine andere Ansicht,
als ihm B. (S. 84) beilegt: er sieht in der condictio, welche dem Ab-
wesenden, nichtswissenden Dritten erworben wird, keine Darlehensklage;
ferner denkt er sich auch den Fall des Aristo anders als wir, indem er
auf „velut tuos" Nachdruck legt, und in diesen Worten einen Jrrthum
des Gebers sieht, der seine eigenen Münzen hingibt, während er die
Deinigen zu geben glaubt. Wir müssen zugeben, daß dieses velut tuos
(neben tuo nomine) müßig steht, wenn es nicht eine besondere Bewandt-
niß mit ihm hat; allein den fraglichen Jrrthum aus ihm herauszulesen,
wird deswegen schwer, weil Julian, der doch des Aristo Sentenz auf- und
vornimmt, so gar nichts von einem Jrrthum andeutet. — Die übrigen
Quellenzeugnisse sind auch hier zweideutig: bald setzen sie die voluntas
ausdrücklich voraus, aber man weiß nicht, ob als Erforderniß, oder als
gewöhnliches Vorkommen77); bald schweigen sie, aber man weiß nicht,
ob zufällig, oder absichtlich73). Eine Stelle scheint uns übrigens ihres
concreteren Inhaltes wegen bemerkenswerth:
L. 4. C. si cert. petatur (Antonin. a. 215). Si absentis pecuniam

72) Savigny, Syst. IV. §. 157. Not. 9. Früher Em. Soarez a Ribeira, s.
Glück a. a. D. S. 22.
73) Zu 1. cit. ,.voluntate.“
74) S. Glück «. a. O. S. 22.
75) domment, sä Cod 4. 2. 1. 4.
76) Die Lehre von dem Crenditum :c. 1849. S. 185 sqq.
77) L. 2. §. 4. 1. 15. D. r. er. 1. 34. pr. D. mand.
78) L. 126. D. v. o. 1. 2. C. per quas. pers. nobis acquir.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer