Full text: Volume (H. 1 (1817))

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urtheile können schädlich, lächerlich, geschmackwidrig
sein; aber dann gehören sie in das Gebiet des Sik-
tengefttzes oder der Satyre; deö Lehrers, Erziehers,
Schriftstellers. Hält sie der Gesetzgeber einer beson-
dem Aufmerksamkeit werth, so kann er deshalb ei-
nen offiziellen Rath oder Warnung bekannt machen
lassen, wie z. B. häufig von der Medizinalbehörde
bei grassirenven Krankheiten geschieht.' Da wird je-
dermann-überlassen, von diesen Rathschlägen Ge^
brauch zu.machen, und niemand bestraft ihn, wenn
er es nicht chut. Denn sich'-selbst zu schaden, kann
und soll die Regierung selbstständige Menschen nicht
hindern, (das hat die Vorsehung durch die Selbst-
liebe wirksamer gethan, als es der mächtigste Ge-
setzgeber -vermögte), sondern bloß andern zu schaden,
sei es aus bösem Willen oder aus Fahrlässigkeit.
Sollte also die allgemeine Sicherheit z- B' durch
ansteckende Krankheiten gefährdet werden, so werden
polizeiliche Zwangsgesetze nothwendig, und eine tüch-
tige Regierung darf es dann nicht bei bloßen War-
nungen bewenden lassen. In solchen. Fallen können
die unschuldigsten Handlungen todeswürdige Verbre-
chen werden, und wer z. B. wahrend der Sperre
einen pestkranken Bezirk verbotwidrig überschreitet,
wird mit Recht der allgemeinen Sicherheit geopfert.
So löblich es.ist, wenn die Gesellschaft auch
dn für die Gesundheit einzelner- Mitglieder zu sor-
gen sucht, wo diese Fürsorge nicht gerade zu ihren
Pflichten gehört) eben so löblich ist eS, wenn sie
dieselbe auch auf die übrigen menschlichen Güter,
besonders auf das Eigenthum ausdehnt, und Viaaß-

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