Full text: Volume (H. 1 (1817))

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wohl entbehren, und müssen uns daher-über den
Sinn erklären, den wir damit verbinde». Wie
schmeicheln uns, daß dadurch das Anstößige gehoben
werden wird. )
Es giebk ferner mancherlei oft schnurstraks ent«
gegen geftzte Ansichten über Staats-Regierung und
Eestzgebung. Wenn wir also ein kritisches Jour«
nal über diese Gegenstände ankündigen; so glauben
wir uns erklären zu müssen, welche Prinzipien un«
serer Kritik ^zum Grunde liegen werden.
Jede Kritik beruhet auf Vergleichung, entwe«
der mir einer Idee, mit einem Höchsten, mit dem
aus dem Begrifdes Gegenstandes entwickelten Grund
und Zweck; oder— mit andern ähnlichen Gegen«
.ständen. Jene könnte man die höhere oder Vernunst-
Kririk, diese die empirische oder Verstandes-Kritik
nennen. Jene konstrunt ihren Gegenstand von in-
nen hinaus; diese nimmt ähnliche Gegenstände und
entwickelt durch Vergleichung mit denselben das bes-
sere oder schlechtere.
Von einem Kritiker kann man vor allen Din-
gen Konsequenz ssordern. . Wenn er sich nicht ei»
Ideal, , ein völlig umfassendes abgeschlossenes Sistem
geschaffen hat; so raisonnirt er ins Blaue hinein,
und spi lt ein? schlechte Rolle. Hat er aber sich ein
solches.'"Sistem recht, und tüchtig gebildet, so kann
er wegen seines Urteils nie in Verlegenheit sein,
oder:mir.sich selbst in Widerspruch gerathen. -.Dann
kann..es. ihm auch nicht schwer werden, die Grund«
liinen seines Sistems öffentlich darzulegen; ja er ist
dies drm Publikum, schuldig, damit es im voraus

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