Full text: Volume (H. 1 (1817))

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nur, daß man ohne Selbst-Erfahrung über eine
Sache nicht vollständig ürtheilen kann, und daß
grade die entschiedensten Gegner nach einer Erfah-
rung von wenigen Jahren, ihre Meinung am ersten
ariLern dürften.
Denn Entschiedenheit seht—wenigstens bei ei-
nem verständigen Manne, — Kraft und das Vermö-
gen voraus, sich nach eigner Ansicht zu bestimmen,
und giebk weit leichter einer besseren Ueberzeugung
Raum, als JndifftrentismuS.
' Wenigstens kennen wir viele ehemals Preußi-
sche nachher Westfälische Justitzbediente denen eS
s» ergangen ist, troh ihres durch Abneigung gegen
die fremde Herrschaft erhöheten anfänglichen Wider-
willens, welchem man auch weniger Raum geben
wird, wenn man erwägt, daß eine öffentliche Rechts-
pflege, Geschwörnen -Gerichte rc. keine neue sondern
eine uralte Einrichtung' sind, und daß sie in neue-
rer Zeit nicht von dem deutscher Art, und- Sitte
entfremdeten Frankreich, sondern von dem urgerma-
Nischen England ausgegangen sind.
- Eben dieses gilt von den in Posen bcibehalte-
nen Friedenögerichten. Denn wenn gleich auch den
gewöhnlichen Gerichten gesetzlich zur Pflicht gemacht
ist, Rechtsstreitigkeiten möglichst durch Vergleich
beizulegen, so . wird doch häufig der Mangel einer
besonderen schiedsrichterlichen. Behörde fühlbar, bei
welcher zunächst und vor. der Berufung auf den
ordentlichen Richter, dergleichen Streitigkeiten an-
gebracht ^.werden müssen. - ?
rFerner, .ist die: für die bürgerliche Freiheit so

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