Full text: Volume (Nr. 1 (1851))

L

gründet findet, (S. I fgg.) ist uns mit keinem Zweifel vorangegangen.
Wein es gibt noch einen Beweis, der freilich in Vergleich zum vorigen
sehr äußerlicher Natur ist; diesen hat CH. verwischt; wir müssen ihn wie-
der herzustellen suchen.
L. 11. pr. D. r. er. (12, 1) Rogasti me, ut tibi pecuniam cre-
derem, ego, cum non haberem, lancem tibi dedi, vel massam
auri, ut eam venderes et nummis utereris: si vendideris, puto
mutuam pecuniam factam. Quod si lancem, vel massam sine
tua culpa perdideris prius quam venderes, utrum mihi, an tibi
perierit, quaestionis est? mihi videtur Nervae distinctio ve-
rissima, existimantis, multum interesse, venalem habui hanc
lancem, vel massam, nec ne: ut si venalem habui, mihi perie-
rit; quemadmodum si alii dedissem vendendam; quod
si non fui proposito hoc, ut venderem, sed haec causa fuit
vendendi, ut tu utereris, tibi jam periisse; et maxime, si sine
usuris credidi.
Ulpian vergleicht hier das Darlehen, welches durch Ueberlassung
einer Sache zum Verkauf, und ihres Erlöses, vermittelt wird, des peri-
culum wegen, mit einem anderen Contracte, den er blos mit vendendum
dare bezeichnet; natürlich denkt er dabei an einen bestimmten einzelnen
Contract, sonst könnte er nicht vergleichen; die Worte vendendum dare,
so allgemein fie an fich find, scheinen ihm genügend, seinen Lesern zu
sagen, was er für einen Contract meine. Man hat nun immer ange-
nommen, Ulpian meine unseren Trödelcontract, und diese Stelle unter
einigen anderen zur Beantwortung der Frage benützt, wer im Trödel-
contracte die Gefahr habe. Aber Chambon weicht, wie wir weiter un-
ten sehen werden, in der Beantwortung dieser Frage von der gewöhnli-
chen Meinung ab; seine Meinung widerstrebt den in dieser Stelle über
das periculum im vendendum dare niedergelegten Grundsätzen; es war
seine Aufgabe, zu zeigen, daß hier vendendum dare nicht den Trödel-
contract bezeichne. Dies thut er folgendermassen: „Diejenigen Momente,
„welche zu der Annahme führen müßten, daß Ulpian einen Trödelver-
„trag bei jenen Worten im Sinne gehabt habe, besonders die bei dem
„letzteren unerläßlich nothwendige Aestimatio findet fich in 1. 11. eit.
„mit keiner Sylbe erwähnt. Es kann der Jurist ebensogut an ein Der-
„kaufsmandat gedacht haben, denn auch bei diesem, und hier vor
„Allem ist es charakteristisch, daß der die Sache Hingebende ein Interesse
„bei dem Verkauf derselben gehabt habe, ja es muß sogar hier eine Ver-

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