Full text: Volume (Nr. 1 (1851))

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getroffen (S. 101); bald hierauf gibt CH. seine Unterscheidung: „Der
„Trödler kann sich von seiner contractmäßigen Haftung selbst durch den
„gewissenhaftesten Weiterverkauf, also durch Leistung der Geschäststhätig-
„keit nicht befreien, und eben deshalb handelt er, wenn er die Negotia-
i/tion vornimmt, für sich, er führt sein eigenes, nicht ein fremdes Ge-
schäft." (S. 103). Hierin und „in den weiteren Consequenzen" hievon,
also wiederum in der größeren Stärke der Haftung soll nicht nur der
Unterschied vom Mandat, sondern das „eigentliche Wesen rc. k." getrof-
fen sein. Wenn es nur wahr wäre, daß der Trödler also stark hafte oder
hasten müsse, daß er z. B. an den Herrn keinen Regreß habe, wenn er
wegen Eviction hat herhalten müssen — wir wollten uns schon mit der
bloßen Wahrheit begnügen und den Blick in die innere Natur Anderen
überlassen; vorerst zweifeln wir an der bloßen Wahrheit, und sind jeden-
falls mit Ulpians Unterscheidung zufrieden.
3) „Propter aestimationem“ meinten die Römer könne man an
einen Kauf denken, wie sie denn auch mitunter statt aestimatio pretium
fetzten; gleichwohl ließen sie die Kaufklage nicht zu"); den Grund geben
sie nicht an. Auch Ch. glaubt, daß diese beiden Contracte verschieden,
ja. daß sie „prinzipiell" verschieden seien, und gibt auch den Grund an:
„das Moment, welches den Trödelvertrag von dem Kaufe prinzipiell unter-
scheidet, ist die in dem Wesen des ersteren liegende Möglichkeit, daß die
„zum Verkauf hingegebene Sache selbst restituirt wird." (S. 93). Auch
beim Kaufe liegt die Möglichkeit vor, daß die Sache restituirt wird: ein
Einwand, den sich CH. selber macht; wenigstens sucht er sofort den Trö-
delvertrag von einer emtio ad gustum, von einer emtio mit der Neben-
bestimmung si placuerit, si displicuerit, und von der mit einem pactum
de retroemendo zu unterscheiden; denn in allen diesen Fällen und noch in
^mehreren, wegen ädilitischer Mängel, ob laesionem enormem, überhaupt bei
Restiffionen und Resolutivbedingungen kommt es oder kann es zu Restitu-
tionen kommen. Inwiefern nun ist dennoch durch die Restitutionsm'ög-
lichkeit der Trödelvertrag vom Kaufe verschieden? Das ist die Frage,
die beantwortet werden mußte; statt dessen führt uns CH. zu neuen Di-
stinctionen zwischen dem Trödelvertrage einerseits, und dem Kaufe ad
gustum etc. anderseits S. 94—97. Wir halten uns an jenes prinzipiell
unterscheidende Moment und fragen abermals: in wiefern ist die Resti-

*) L. 1. pr. li t. 1. 13. D. pr. v. (19, 5).

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