Full text: Volume (Nr. 1 (1851))

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„werden mußte, und die Unentgeltlichkeit der aufgetragenen Geschästs-
„führung als Unterschied des Mandates von dem Trödelvertrag, bei dem
„eine merces vorzukommen pflege, anzugeben, wie es Cocceji thut, ist
„deshalb völlig verwerflich, weil auch bei dem Mandat später eben so gut
„ein Salarium vorkam, als bei dem contractus aestimatorius." Wir
sehen die Beharrlichkeit, mit welcher CH. nicht nur an der Unentgeltlich-
keit, sondern an der Gratuität des Trödelcontractes festhält; aber indessen
ziehen die Hausirer durch das Land und nagen an der Verdienstgelegen-
heit, die ihnen der Kaufherr in dem Mehrerlös geboten, ihren Pfennig
ab. Wir haben gemeint, sie schachern um ihren Pfennig, nach Ch. thun
sie alles ex officio atque amicitia *). Gäbe das CH. als seine eigene
Ansicht, wir wollten sie noch einmal prüfen; nun er sie aber auf die
„Römer" zurückführt, brauchen wir nur zu sehen:
Si tibi rem vendendam certo pretio dedissem, ut, quo pluris
vendidisses, tibi haberes, placet, neque mandati — esse actio-
nem — quia — mandata gratuita esse debent etc. etc, 1. 13.
D. pr. v. (19, 5).
Also die Quellen unterscheiden ausdrücklich deswegen, weil die Lei-
stung des Trödlers kein gratiutum ist. Allein später kam ja auch bei
dem Mandate ein Salarium vor. Es kam und kommt vor, aber nicht
für solche Dienste, wie sie Taglöhner und Handarbeiter zu leisten pflegen;
obwohl sie sich zahlen ließen, schienen sie doch zu vornehm für die ge-
meine locatio conductio operarum; Dienstmiethe liegt vor und Mandat
nennt man es; mit diesem Zwitterding darf man nicht vergleichen, wenn
man mit dem Mandate vergleichen will. Vergleicht man dennoch, so
muß man mit beiden getrennt vergleichen: mit dem was es ist, und da-
von ist der Trödelcontract durch Ungewißheit des Lohnes verschieden —
mit dem , was es heißt, und davon ist er durch Absicht auf Lohn ver-
schieden.
Ulpian weicht von Chambon darin ab, daß ersterer in der Gra-
tuität den Differenz-, letzterer einen Vergleichungspunkt findet. Aber
worin nun sieht CH. den Unterschied? Auch unsere altern Juristen ha-
ben verglichen; allein meistens ist man, sagt CH., fehlgegangen, zuweilen
hat man einen richtigen Punkt, aber „niemals das eigentliche Wesen
„und. die innere Natur der mit einander verglichenen Rechtsverhältnisses

*) L. 1. §. 4. v. mandati (17, 1).

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