Full text: Volume (Nr. 1 (1851))

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„Merces intervenit“ will sagen, daß die merces nur als ein Ac-
cessorium zu den üblichen Bestandtheilen des Contractes hinzutritt; daß
wir wie sonst eine Hingabe mit Schätzung und Einräumung des Mehrer-
löses, daneben aber als außerordentliche Zuthat eine merces, daß wir
neben dem ungewissen Lohn einen gewissen, sei es für opus faciendum,
sei es für die operae zu denken haben. Wie man in Bayern unglück-
lichen Notaren durch einen kleinen Gehalt einen festen Punkt hat bieten
wollen, so kann der Herr der Waare durch einen gewissen Lohn zur Ver-
dienung des ungewissen aneisern wollen; der ganze Lohn wird dadurch, daß
ein Theil desseben gewiß ist, nicht zum gewissen; wegen der noch immer
vorhandenen Ungewißheit des Lohnes ist der Contract noch immer keine
locatio conductio.
2) Die Römer vergleichen auch mit dem Mandat. Warum? „Es
„ist zweifellos, daß, sobald eine Sache zum Verkauf übergeben wird, der
„Tradent von dem Empfänger eine gewisse Thätigkeit erwartet, durch
„welche die weitere Veräußerung herbeigeführt, also die dem Vertrag zu
„Grund liegende Absicht realisirt werden soll. Eine Gleichmäßigkeit der
„Verhältnisse bei dem contractus aestimatorius und dem Mandat, ist
„mithin nicht blos rücksichtlich der rein äußerlichen, faktischen Umstände,
„sondern auch hinsichtlich der nächsten Intention der Partheien allerdings
„vorhanden, und es ist diesem Moment insbesondere zuzuschreiben, wenn
„die Römer den Versuch machten, die actio mandati zur Anwendung zu
„bringen —" (CH. S. 102). Wir haben hingegen nichts aus-, sondern
nur etwas hinzuzusetzen. Das facere, welches der Uebernehmer der
Waare zusagt, dünkt uns an und für sich betrachtet noch zu unentschie-
den, als daß es an ein Mandat erinnern könnte; entscheidend ist erst die
Form, in der es zugesagt wird, ob in der der Unterwerfung unter einen
Auftrag, oder in Gestalt eines Versprechens auf Anfrage. Das venden-
dum dare kann in Form eines Auftrags von statten gehen, und in so-
weit mochten die Römer an ein Mandat denken. Aber nächstdem mußte
noch ein anderer Punkt an das Mandat mahnen: es möchte sein, daß
der Uebernehmer wenigstens nicht immer Eigenthümer der Waare wurde,
so daß er eine fremde Sache verkaufte; um einen solchen Verkauf auch für
den Herrn der Waare verbindlich zu machen, bedarf er einer Vollmacht,
und insoweit steckt etwas von einem Mandate in dem Trödelcontract.
Ch. findet noch einen weiteren Vergteichungspunkt, indem er fortfährt:
„Die Gratuität des Mandats erschien hiebei um so förderlicher, als die
„Methklage eben wegen des Mangels an einer merces zurückgewiesen

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