Full text: Volume (Nr. 4 (1853))

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„Bestand der Obligation selbst treffen, dem Einen wie dem Ande-
„ren zu gute kommen, diejenigen aber, welche bloß auf die Persönlich-
„keit Eines von ihnen wirken, die Substanz der Obligation aber
„nicht berühren, auch nicht über diese Person hinaus auf die anderen
„Einfluß haben sollen." -
Aiese, nur „im Sinn der Römischen Juristen," von Keller also
doch selbst ausgestellte Regel hat allenthalben«) Aufnahme gefunden; auf
sie möchten wir mit diesem ersten Abschnitte die Aufmerksamkeit des Lesers
vorzugsweise hinlenken; über die Grenzen des Savigny'schen Buches
schweifen wir deswegen noch nicht völlig hinaus; denn manchmal (S.
195. nro. 13. S. 195. nro. 14.) ist es, als ob auch Savigny, trotz
jenes Grundverhältnisses der Regel zur Ausnahme, sich dieser Keller'-
scheu Regel anschließe.
Es sind aber Bemerkungen gegen die Kelle r'sche Regel, welche
wir dem Leser mittheilen zu mäßen meinen. Denn erstens scheint sie
uns überflüssig zu sein. Gibt es wirklich Ereignisse, „welche blos auf
die Person wirken, die Substanz der Obligation aber nickt berühren," so
brauchen wir dafür, daß sie nur auf die Person, nicht auch auf die Sub-
stanz der Obligation, sei es nun der Correal- oder anderer Obligationen
wirken, keine Regel. Zweitens aber ist zu läugnen, daß es solche Er-
eignisse gibt. In unsern Systemen mögen und müssen wir Personen und
Rechte von einander ablösen und hinstellen, als ob sie getrennt von ein-
ander gehen und stehen könnten; aber darum sind Bücher Bücher und
Leben ist Leben. Kein Wort, keine Absttaction, keine dieser Distinctionen
zwischen Subject und Object vermag den Zusammenhang zu brechen, der
zwischen dem Gläubiger und seiner Forderung, dem Schuldner und seiner
Schuld besteht. Es ist zu bekannt, daß die capitis deminutio nicht eine
Subjects-, sondern eine Rechtsschmälerung ist; von der confusio würde
man nicht reden, wenn sie blos die Personen, nicht ihre Rechte unterein-
ander brächte. Und das pactum de non petendo? Hier bieten die Rö-
mer eine Hilfe, die man nicht brauchen kann?); sie scheiden in ein pactum in

6) Dgl. z. B. Dangerow a. a. O. Mühlenbruch, Lehrb. des Pand. N. 3. Aust.
§.493. Anm. 6. Arndts, Lehrb. der Pand. §.213. g. Puchta (Pand. §.235)
beschränkt sich, 1. 19 D. h. t. im Auge, auf den Gegensatz der „Befreiung der
Person," zu den Handlungen welche der eorreus mit dem Bestände der Obligation
selbst vornimmt. Vgl. hiernit v. Seuffert Pand. R. 3. Ausi. II. S. 6. Anm.4.
7) Vgl. Nibbentrop a. a. O. S. 26. Anm. 5. Savigny S. 172 unten.
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