Full text: Volume (Nr. 4 (1853))

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dari als C. O. an20)—für unser heutiges Recht also vielleicht gar keine C.
O. wegen Unteilbarkeit des Gegenstandes mehr; Savigny dagegen alle
die Fälle, in denen Mehrere für einen unteilbaren Gegenstand hasten:
so daß wir heutzutage noch so manche Correalobligation mehr hätten.
Diese Differenz rührt daher, daß Ribbentrop in den übrigen Fällen
keine Solidarität der Haftung annimmt, unser Verfasser dagegen wohl.
Nach Beiden kommt alsir Alles daraus an, ob und wieweit die Unteil-
barkeit des Gegenstandes Solidarität der Haftung erzeugt. Allein ist
denn mit der Solidarität der Haftung auch schon Correalität ge-
geben? Wenn nicht, so können wir uns vorläufig der Frage entheben,
ob und wieweit solidarische Haftung vorliege; alles kommt darauf an, ob,
Solidarität vorausgesetzt, auch Correalität vorliege. Eine logische Not-
wendigkeit ist dieses nicht; aus Unteilbarkeit der Leistung folgt zwar —
wenn, man von der aestimatio absieht — Ungetheiltheit d. i. Solidarität
der Haftung, nicht aber daß die Haftungen der mehreren Obligirten auch
Eine obligatio seien; es ist eben so wohl möglich, daß sie erst solutione,
als daß sie schon litis contestatione frei werden. Sind Theilobligationen
unmöglich, so gibt es zwei Auswege, von denen keiner näher liegt, als
der andere: entweder erweitert sich je die sonstige Theilobligation zu je einer
eigenen solidarischen Obligation; oder es tritt Eine solidarische Haftung
Aller an ihre Stelle. Würden also Mehrere zusammen z. B. eine Weg-
servitut promittiren, so könnte zwar Eine solidarische Haftung Aller ge-
wiß durch Verabredung begründet werden; ja das Recht könnte die Prä-
sumtion aufstellen, daß eine solche gewollt war; allein selbst im letzteren
Falle wäre die C. O. keine Folge der Untheilbarkeit, sondern besonderer
wenn gleich nur präsumirter Disposition. Wie es das Römische Recht in
diesem Falle gehalten habe, dafür sind meines Wissens keine Zeugnisse da.
Wie aber, wenn Mehrere einen promissor viae beerben? Gewiß ist,
daß „singuli in solidum tonentur"^), ja wir müssen zugeben, daß hier
die Quellen eine C. O. anzunehmen scheinen. Die Worte der 1. 25
§. 10 eit: „— nec dividitur obligatio, nec dubium est, quin duret —"
würden schwerlich geschrieben'stehen, wenn sich der Jurist vorstellte, daß
aus der Einen obligatio mehrere werden; dazu kommt die Analogie der
confessoria actio, welche, von Einem und gegen Omen angestellt, Allen

20) A. a. O. S. 223.
21) L. 25 §. 10. v. fam. herc, (10, 2) 1. 2 §. 2 D. V. 0. (45,1).

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