Full text: Volume (Bd. 4 (1844))

50 IV. v. Löhr Auszug ans einer Probeschrift.
es nothwendig zwischen dem Rechts - und fak-
tischen Irrthume zu unterscheiden. Es ist all-
gemeiner Grundsatz, daß jeder Unterthan die
Gesetze kennen müsse, und daß daher auch bey
Jedem die Kenntniß der Gesetze anznnehmen
sey (1). Eine Folge hiervon ist es, daß Jeder,
welcher in einem Falle, wo Rechtsunwissen-
heit entschuldigt, sich darauf berufen will,
Nachweisen muß, daß bey ihm die gesetzliche
Vermnthung nicht eintrete; daß er also seinen
Jrrthum Zu beweisen verbunden ist.
Diese Regel leidet mehrere Ausnahmen.
Es gieöt manche Personen, bey welchen Rechts-
Kenutniß nicht angenommen wird, z. B. die
Soldaten, die Minderjährigen, Frauenzimmer
und völlig Ungebildete. Bey diesen ist der
Rechtsirrthum als faktischer zu behandeln. Da-
her sind sie denn in allen Fällen von dem Be-
weije frey, wo Jeder oder doch wenigstens sie
den Beweis des factischen Jrrthums zu führen
nicht verbunden sind (2).

(1) c. 9. e. i, 14. - c. 12, c, r, 18.
(2) fr, 25, D. 22, 3,

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