Full text: Volume (Bd. 4 (1844))

2. Von der subjeetwen Culpa.

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die mora creditoris hat die Folge, daß der Debitor
nur noch für dolus und culpa lata haftet (1).
So viel dürste hinreichen über die Prästation der
Culpa. Ist das Gesagte richtig; so giebt es allerdings
vier Arten der Prästation. Fast scheint es, als wenn
diese ,T Hatsache die ehemals gewöhnliche Lehre, daß es
vier Grade der Culpa gebe (dolus, culpa lata, culpa
levis und culpa levissima) erzeugt, oder doch großen
Einfluß aus die Entstehung derselben geäußert habe.
Man hat sich in der neuern Zeit gewöhnt in denen
Fällen, wo eine objeetive, aber keine subjective Culpa
vorliegt, von schnldlosen Handlungen zu reden. Dieser,
in unfern O-uellen durchaus nicht begründete, Sprach-
gebrauch scheint mir sehr geeignet Verwirrungen und
Mißverständnisse zu erzeugen.
ES ist oben bemerkt worden, daß die Zurechnung
hinwegfalle, wenn Handlungen Dritter oder äußere Zu-
fälligkeiten den Grund des entstandenen Schadens ent-
halten. Zu diesen Ereignissen, welche die Imputation
aufheben, gehört es aber nicht, wenn die in dem Ge-
wahrsam des Beschuldigten sich befindende Sache gestoh-
len worden ist. Steht dieser ein für die custodia bis

16. — kr. 23. 82. §. 1. D. 45, 1. — fr. 46. 50.
D. 47, 2. — c. 7. C. 4, 7. — c. 9. C. 6, 1.
(1) fr. 17. D. 18, 6. — fr. 9. D. 24, 3.

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