Full text: Kritische Zeitschrift für Staatsregierung und Gesetzgebung (H. 2 (1817))

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seln, und sich gegenseitig tragen und unterstützen, so
wie der Wechsel von Sonnenschein und Regen die
ganze Schöpfung befruchtet. Im Preußischen wie
in vielen andern Staaten schreitet man wacker vor-
wärts zu diesem Ziele, wie die täglich sich mehren-
den TurnpläHe beweisen. Aber es giebt eine urdeut-
fche Einrichtung welche den Zweck mächtiger beför-
dern würde, als jede andre.
Tacitus erzählt uns von unseren Altvordern,
daß es bei ihnen allgemeine Sitte war die gereifte
Jugend in den Volksversammlungen unter freiem
Himmel wehrhaft zu machen, ihnen öffentlich Schild
und Pfriem zu reichen, und sie dadurch in die Ge-
sellschaft dev Männer aufzunehmen,
Sollte nicht eine ähnliche Sitte als echt Volks-
thümlich wieder ins Leben zu rufen fein?
Wenn der Staat die Turnplätze zur öffentlichen
Wehrhaftmachung der Jugend bestimmte, und dort je-
der-Jüngling, sobald er ein gewisses Alter erreicht,
und die nöthige Fertigkeit m Leibesübungen bewährt
hat, von den Vorstehern der Gemeinde durch Umgür-
tung mit dem Schwerdte (auch vielleicht durch ei-
* ne besondre Kleidung) als waffenfähig anerkannt
würde; wenn er nur dadurch Anspruch auf das eh-
renbolle Recht erhielte, in die Reihen der Vakerlandö-
vertheidiger einzutreten, und überhaupt Bürger zu
werden, ein öffeutliches Amt zu übernehmen rc. so
würde der Zweck sehr bald und vollständig erreicht
werden. : ■ V
Der Jüngling beim Austritt aus dem kindli-
chen Alter zieht gleichsam einen neuen Menschen an.

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