Full text: Kritische Zeitschrift für Staatsregierung und Gesetzgebung (H. 2 (1817))

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Aufsatzes gestrichen, und wollen im folgenden nur
dasjenige daraus aufnehmen, was vom Herrn v.
Könen als seinem Zwecke fremdartig, nicht berührt ist.
Erziehung heißt: die Sorge nt mens sana
sit in corpore sano. So viel in unseren Tagen über
Erziehung geschrieben ist, so wissen wir doch keine
bessere, als diese uralte elastische Definition aufzu-
stellen. Also jede Erziehung ohne Ausbildung des
Körpers, ist nur eine halbe Erziehung, und die öffent-
lichen Turn- und Schwim-Anstalten gehören zu den
erfreulichsten Erscheinungen unseres Zeitalters.
Daraus folgt indeß nicht, daß der Staat ver-
pflichtet/oder berechtiget fei: das Besuchen des Turn-
platzes zwangsweise vorzufchreiben. UnS scheint
vielmehr, als griffe der Staat bei der geistigen Aus-
bildung der Jugend durch' Vorfchreibung bestimmter
Unterrichts Gegenstände rc. schon zu sehr in die äl-
kerlichen Rechte ein, und ein solcher Zwang würde
sich blos in Ansehung der naher zu bevormunden-
den Elasten, welche man in der ersten Abhandlung
aufgezahlt findet, rechtfertigen lassen. Eines Zwan-
ges für die Jugend selbst, wird es niemals bedür-
fen. Der Knabe und der Jüngling ist gewöhnlich
weit mehr zur Uebung des Körpers unter Gottes
freiem Himmel geneigt, als zur Bildung seines
Geistes in dumpfigen Schulstuben. Die Schule
' umgeht er wohl, aber nicht den Turnplatz, der we-
gen der freien Kraftübung mit seinen Spielgenossen
jeden gesunden Knaben freundlich anfpricht. Daß
Knaben welche ängstliche Eltern vom Turnplatz ab-

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