Full text: Volume (H. 2 (1817))

nutz oder Habsucht, — denn die Verständigeren sehen
wohl ein, daß eine Wrrchschaft mit eignem Betrieb-
vieh und Lohngesinde einen ganz anderen' Ertrag
giebt, als wenn ihr Land von trägen Frohybauem
Mit elenderen Vieh bearbeitet wird. als vielmehr
' aus Herrschsucht. Das Recht auf unbelohnte, unbe-
stimmte und ihrer Natur nach unbestimmbare Dienste
macht den Berechtigten in jeder Hinsicht zum Herrn
des Verpflichteten, und die ganze Persönlichkeit deS
Lehreren geht bei diesem Verhältniß unter. Wenn
anstatt dieser Dienste eine bestimmte Summe ^Geld
bezahlt wird, hört dieses auf, und der Verpflichtete
ist sein eigner Herr, sobald er diese Pflicht erfüllt
hat. Wenn gleich, die gegenseitige sehr lästige Pflicht
des Gutsherrn zur Unterstützung der Bauern, zur
Unterhaltung seiner Gebäude, seines Viehstandes rc..
ebenfalls wegfällt, so wiederstcht eö doch dem Guts»
Herrn, Personen welche er von Jugend auf gewöhnt
ist, als rief unter sich zu betrachten, als neben-sich
stehend, und in gewisser Hinsicht als seines Gleichen
anzusehen, die blos durch den -kleineren Umfang ih-
rer Besitzungen, und geringeres Vermögen von ihm
verschieden sind. . . .
Dieses ist der wahre Grund einer sonst uner-
klärlichen Erscheinung, welche andere Ursachen auch
zur Schau gestellt werden mögen. Dieser Grund
liegt in der menschlichen Natur, daher nicket wohl
abzusehen ist, warum man ihn unter allerlei seltsa-
men Redensarten rc. so ängstlich zu verbergen suchk^
als schämte man sich .desselben; , warum man sich fei-
ler Federn bedient,, welche aus. der Aufhebung des

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